08:08 BAUPROJEKTE

Umbau von Bahnhof Winterthur: Graben unter den Gleisen

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Eric Dombrowe, celmedia

Für 93 Millionen Franken erhält der Bahnhof Winterthur eine neue Unterführung mit Velotunnel. Alle Arbeiten erfolgen unter laufendem Betrieb, das Projekt unterliegt einem extrem straffen Zeitplan. Trotzdem wird es ein Jahr früher fertig, als ursprünglich geplant.

Arbeiter beim Finish

Quelle: Eric Dombrowe, celmedia

Der frisch eingebrachte Beton wird von Hand nachgearbeitet, da für Maschinen kein Platz ist: Die Arbeiten rund um den Bahnhof Winterthur haben nicht nur einen engen Zeitplan, sondern oft auch schwierige Bedingungen.

Die Genehmigung für den Start der Baustelle im Bahnhof Winterthur war lange in der Schwebe. «Wir waren wie auf Nadeln», erinnert sich Gesamtprojektleiter Christian Furrer. Das Projekt war beim Bundesamt für Verkehr eingereicht, das vor Baubeginn aber noch eine Plangenehmigungsverfügung erlassen musste. «Kurz vor Weihnachten 2018 traf die Verfügung aber ein, und am 5. Januar haben wir mit den Arbeiten begonnen.»

Die Umbauten rund um den Bahnhof Winterthur bestehen aus zwei wesentlichen Teilprojekten. Zum einen wird die bestehende Personenunterführung von 4,5 auf 17,5 Meter verbreitert und beidseitig um Ladenflächen ergänzt; die Zugänge zu den Perrons gestaltet man stufenfrei mit Liften. Zum anderen erstellen die SBB im Auftrag der Stadt eine neue unterirdische Veloquerung samt grosser unterirdischer Veloabstellanlage in der Rudolfstrasse.

Unterführung überfordert

Die neue Personenunterführung realisieren die SBB im Rahmen des Programms «Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur». 2018 erfolgte der letzte grosse Ausbauschritt im Fahrplan rund um Winterthur, der letztmögliche mit der bestehenden Gleisanlage, auf der nun täglich 1300 Züge den Bahnhof passieren. Damit wuchsen auch die Passagierzahlen abermals an, so dass im Bahnhof Winterthur heute täglich mehr Menschen umsteigen, als die Stadt Einwohner zählt. «Die rund 90 Jahre alte Personenunterführung kommt damit aber an die Grenzen ihrer Kapazität, weshalb nun der wesentlich breitere Neubau erfolgt.» Dieser wird zeitgleich mit der Veloquerung erstellt.

Die Bauarbeiten gestalten sich äusserst anspruchsvoll, da sie bei laufendem Betrieb des Bahnhofs erfolgen und einem extrem engen Zeitplan unterliegen. Dies betrifft vor allem Arbeiten, für welche die Gleise vorübergehend gesperrt wurden: So mussten die Decken wegen der knappen Platzverhältnisse von oben her betoniert werden, was nächtlichen Vollsperrungen der Gleise erforderte.

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