09:07 BAUPRAXIS

Ausbau von Seewasserwerk Kesswil: Leitungsverlegung im Bodensee

Teaserbild-Quelle: Eduard Schiebelbein_Staubli, Kurath & Partner AG

Das Seewasserkraftwerk Kesswil versorgt seit 1952 die Region Amriswil mit frischem Wasser. Damit die Versorgung auch in Zukunft sichergestellt werden kann, wird es ausgebaut und die Kapazität erhöht. Dafür müssen zwei neue Fassungsleitungen in den See verlegt werden.

Seewasserfassung 2

Quelle: Eduard Schiebelbein_Staubli, Kurath & Partner AG

Die Anlieferung der 16 Meter langen Teile der Seewasserfassung auf dem Schweissplatz in Güttingen.

Rund 20 Prozent des Schweizer Wasserbedarfs wird aktuell in Seewasserwerken gewonnen. Auch in Kesswil im Thurgau. Im von der Regio Energie Amriswil (REA) betriebene Seewasserwerk werden fast 90 Prozent des in Amriswil benötigten Wassers aufbereitet.

Seit seinem Bau wurde das Seewasserwerk Kesswil bereits zweimal ausgebaut und modernisiert. Zu Spitzenzeiten liegt der Wasserbedarf ab Seewasserwerk bei rund elf Millionen Litern pro Tag. Prognosen gehen davon aus, dass sich diese Menge bis ins Jahr 2050 verdoppeln könnte. Die Anlage stösst jedoch zusehens an ihre Kapazitätsgrenze. 

Um für den steigenden Wasserbedarf gerüstet zu sein, steht nun die dritte Sanierung mit gleichzeitiger Erweiterung der Anlage und dem Neubau einer Transportleitung nach Amriswil von rund sechs Kilometern Länge auf dem Programm. Dabei wird der Leitungsquerschnitt von bisher 400 Millimetern auf 600 Millimeter vergrössert. Die neue Gussleitung ist innen wie aussen zementbeschichtet. Mit der neuen Leitung wird der Trinkwasserbedarf von Amriswil und den angeschlossenen Gemeinden für die nächsten 70 Jahre gesichert.

Für die neue Technik mit Pumpen und neuer Wasseraufbereitungsanlage wird das bestehende Gebäude des Seewasserwerks erweitert. Die neuen Pumpen haben eine Leistung von 1,2 Millionen Liter Wasser pro Stunde. Zusätzlich wird ein Zwischenspeicher als zweites Reinwasserreservoir mit einem Volumen von 330'000 Liter Wasser gebaut.

Das Wasser wird momentan aus einer Tiefe von rund 32 Metern ins Seewasserwerk gepumpt. Nach einer mehrstufigen Aufbereitung kann es direkt in das Trinkwassernetz eingespeist werden. Die mittlere Tagesproduktion beläuft sich auf 5,7 Millionen Liter Wasser, das entspricht etwa dem Inhalt von 47500 Badewannen. Im Jahr 2019 wurde ein Maximalwert von 11,1 Millionen Litern pro Tag erreicht.

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