16:04 VERSCHIEDENES

Neues Wohnen: Raus aus der Stadt ins Grüne

Geschrieben von: Claudia Bertoldi (cb)
Teaserbild-Quelle: Jury Troy

Wohnen im Grünen ist der Traum vieler Menschen. Und ist das Grundstück noch so klein, bringt ein Garten ein besonderes Flair in die private Wohnwelt. Der Freiraum um das Haus wird als Gegenpol zum Berufsalltag genutzt. Ein Buch widmet sich dem Thema.

Architektur zum Wohnen im Grünen 7

Quelle: Richard John Seymore

Für eine Familie aus Lissabon entwarf das Architekturbüro Atelier Data ein Ferienhaus in der Küstenlandschaft von Cercal. Das langgestreckte Volumen mit Satteldach erinnert an die schlichten Bauernhäuser von Alentejo.

Ein Haus mit einem Garten, den man hegen und pflegen oder wo man sich am Feierabend und an den Wochenenden entspannt zurückziehe kann, ist der Traum vieler Schweizer. Vielleicht noch eingebettet in eine schöne Landschaft mit Aussicht in die Berge oder auf den See, sind solche Häuser wahre Sehnsuchtsorte. Vor allem in den letzten zwei Corona-Jahren hat sich der Run auf diese Immobilien verstärkt. 

Jeder, der es sich irgendwie leisten konnte, sucht nach eigenen vier Wänden oder wenigstens einer temporären Bleibe ausserhalb der Städte. Die zuvor so oft beklagte Landflucht hat sich ins Gegenteil gewendet. Denn ein eigenes Haus mit Garten, viel Platz und Natur waren in den vielen Wochen des Eingesperrtseins und Distanzhaltens der absolute Luxus.

Eine Umfrage von Swiss Life ergab, dass der Aspekt des Wohnens im Grünen und eines eigenen Gartens oder einer Terrasse bei den Schweizerinnen und Schweizern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei rund 30 Befragten höher gewichtet wird als zuvor. Aber bereits zuvor war das Wohnen in Einfamilienhäusern sehr beliebt. Seit 1970er-Jahren boomt diese Wohnform, rund sechs von zehn Gebäuden in der Schweiz sind inzwischen Einfamilienhäuser. Dabei ist auch eine zunehmende Wohnfläche pro Kopf zu registrieren. 

Im Jahr 2020 lebte durchschnittlich jeder Schweizer auf 46,3 Quadratmetern Wohnfläche. In ländlichen Gebieten wie Appenzell, Schaffhausen, Thurgau oder Solothurn lag diese Zahl sogar bei über 50 Quadratmetern. In Genf hingegen lebte man auf durchschnittlich 36,9 Quadratmetern am beengtesten.

Natürlich sind auch bei den Häusern enorme Unterschiede zu erkennen. Diese liegt bei einem Neubau vor allem am Kontostand, aber auch an der Verfügbarkeit von Grundstücken. Bauland steht immer weniger zur Verfügung, ist also rar und deshalb teuer. Die Siedlungsflächen nehmen heute schon fast acht Prozent der Flächen ein. Zudem wächst die Bevölkerung kontinuierlich und der Wohnraum wird knapp. Um die Landschaft und die landwirtschaftlichen Nutzflächen zu schonen, wird immer mehr auf Verdichtung gesetzt. Dann werden die bisher unbebauten Nachbargrundstücke überbaut. Glück hat, wer ein grosses Grundstück sein eigen nennt.

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© James Sullivan, unsplash

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