14:06 VERSCHIEDENES

Die Allgemeinheit bezahlt 14 Milliarden für den Verkehr

Teaserbild-Quelle: (Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

14 Milliarden Franken – das sind laut dem Bundesamt für Raumentwicklung (Are) die von der Allgemeinheit zu tragenden Kosten, die der Verkehr verursacht. Die Kosten sind unter anderem wegen Bevölkerungswachstum, Anzahl zurückgelegter Kilometer und höherer Preise gestiegen.

Mit externen Kosten bezeichnet das Are diejenigen Folgen der Mobilität gemeint, die zu Lasten der Allgemeinheit gehen oder der nächsten Generationen. Das können Schäden an Klima und Umwelt sein, aber auch gesundheitliche Folgen. Diese Kosten haben seit 2010 um 16 Prozent zugelegt. 2019 lagen diese Kosten bei rund 14 Milliarden Franken, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ursache für die höheren Kosten sind die grössere Zahl zurückgelegter Kilometer, das Bevölkerungswachstum und steigende Preise. Kostendämpfend wirkten sich demgegenüber die sinkende Zahl von Autounfällen und geringere Emissionen, das Are führt dies auf Verbesserungen an den Motoren und Elektroautos zurück.

Von den 14 Milliarden entfiel das Gros – nämlich 9,8 Milliarden Franken - auf den privaten motorisierten Verkehr. Es folgten der Flugverkehr, die Bahn sowie der Fuss- und Veloverkehr - wegen Unfallkosten sowie der mit den Fahrrädern verbundenen grauer Energie. Auf den öffentlichen Strassenverkehr entfielen noch zwei Prozent oder 0,3 Milliarden Franken an Kosten.

Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe angerechnet

Der Schwerverkehr machte einen Teil seiner externen Kosten wieder wett mit der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Konkret wurden den Lastwagen, Cars und Sattelschleppern 514 Millionen Franken an Abgaben angerechnet. Die vorm Verkehr ausgelösten Schäden sind unterschiedlich. Zu den Klima- und Umweltschäden zählen etwa verlorene oder zerschnittene Lebensräume von Tieren und Ernteverluste bei Getreide, Gemüse und Früchten. Schäden betreffen laut Are auch die Gesundheit oder durch Feinstaub-Partikel in Mitleidenschaft gezogene Gebäude.

Das Are hat für 2019 die Kostenanteile für verschiedene Schadenarten errechnet. Klima- und Umweltschäden summierten sich demnach auf sechs Milliarden Franken. Im Betrag sind beispielsweise Schäden am Wald und an der Biodiversität sowie Ernteausfälle enthalten.

39'300 Tage mit Asthma

Die Ernteausfälle bezifferte das Are auf 56 Millionen Franken. Demnach konnten 94 Tonnen Getreide sowie 139'000 Tonnen Früchte und Gemüse nicht eingebracht werden. Der Grund ist bodennahes Ozon, das sich aus Stickoxiden und organischen Verbindungen unter dem Einfluss der Sonne bildet. Es hemmt laut dem Are das Wachstum der Pflanzen.

5,2 Milliarden Franken entfielen 2019 auf gesundheitliche Schäden. So führt das Are 39'300 Asthma-Tage von Kindern auf verschmutzte Luft zurück. Zudem verweist es auf 17'500 verlorene Lebensjahre  im Zusammenhang Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegskrankheiten, für die Lärm und Luftverschmutzung verantwortlich sind.

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