08:23 MEINUNG

Kolumne zum Donnerstag: Baggo und Dömpo

Geschrieben von: Matthias Forster
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Matthias Forster, Geschäftsführer von Infra Suisse, mit der Attraktivität der Bauberufe für den Nachwuchs.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Es war nicht das erste Wort meiner Tochter, aber eines der ersten: «Baggo». Für alle Nicht-Ostschweizer: So nennt man dort, wo ich wohne, den Bagger. Mittlerweile hat sie ihren bautechnischen Wortschatz um den «Dömpo» – den Dumper– erweitert und kann ganz ordentlich beschreiben, was wofür eingesetzt wird.

Eine solche Sprachentwicklung freut mich zum einen als Vater, zum andern auch aus beruflichen Gründen, ausserordentlich. Hält die Faszination meiner Tochter für den Infrastrukturbau an? Wird sie sicheines Tages für eine berufliche Zukunft in dieser Branche entscheiden?

Wie sieht dann der Schweizer Infrastrukturbau aus? Und wie unsere Gesellschaft? Das Verhältnis der Menschen zur Arbeit befindet sich im Wandel. Der Lohn gilt bei der Wahl eines Berufs oder eines Arbeitgebers längst nicht mehr als der einzige und oftmals auch gar nicht der wichtigste Faktor. Firmen werden als attraktiv wahrgenommen, wenn sie Mitbestimmung, Wertschätzung, Weiterbildungsmöglichkeiten, Auszeiten und Teilzeitarbeit anbieten.

Lässt sich der Beruf mit der Familie, der Betreuung von Kindern oder eines Angehörigen, vereinbaren? Die Statistik zeigt, dass Teilzeitarbeit ein gesellschaftliches Bedürfnis ist. Während 1991 ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer nicht Vollzeit arbeiteten, waren es 2018 bereits 37 Prozent. Meistens sind es Frauen, die Teilzeit beschäftigt sind. Doch die Männer holen auf: Von 1991 bis 2018 stieg ihr Anteil um mehr als das Doppelte von knapp acht auf rund 18 Prozent.

Bagger, Dumper und alle anderen technischen Möglichkeiten faszinieren gerade Jugendliche zweifellos. Die Baubranche kann und muss aber mehr bieten, will sie zukunftsfähig und für Fachleute langfristig attraktiv bleiben. Diese gesellschaftliche Realität stellt Unternehmen angesichts der angespannten Preissituation vor Herausforderungen. Doch sie müssen dafür Lösungen finden. Nicht unbedingt ein Kinderspiel.

Geschrieben von

Geschäftsführer von Infra Suisse

Auch interessant

Anzeige

Firmenprofile

Brun Marti Dytan AG

Finden Sie über die neuen Firmenprofile bequem und unkompliziert Kontakte zu Handwerkern und Herstellern.

Baublatt Analyse

analyse

Neue Quartalsanalyse der Schweizer Baubranche

Die schweizweite Bauaktivität auf den Punkt zusammengefasst und visuell prägnant aufbereitet. Erfahren Sie anhand der Entwicklung der Baugesuche nach Region und Gebäudekategorie, wo vermehrt mit Aufträgen zu rechnen ist.

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

newsico

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.