KOF-Konjunktumfragen vom Juli: Geschäftslage wird besser
Nachdem der Geschäftslageindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) für die Schweizer Privatwirtschaft in den vergangenen beiden Monaten gesunken ist, steigt er wieder an. Die Geschäftslage sei nun günstiger als zu Beginn des Jahres 2026, schreibt die KOF. Insgesamt deuteten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass die Schweizer Konjunktur an Fahrt gewinnt. - Der Indikator wird jeweils aus den *KOF-Konjunkturumfragen berechnet.
Die Geschäftslage verbessert sich in beinahe allen befragten Wirtschaftsbereichen und damit laut KOF recht breit abgestützt in der Schweizer Wirtschaft. Besonders ausgeprägt zeigt sich die Besserung im Grosshandel, im Verarbeitenden Gewerbe sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Baugewerbe fällt sie hingegen etwas weniger stark aus, dassselbe gilt für den Projektierungsbereich, die übrigen Dienstleistungen sowie den Detailhandel. Aus dem Rahmen fällt das Gastgewerbe: Hier trübt sich die Geschäftslage spürbar ein – sowohl in der Gastronomie als auch in der Beherbergung. Besonders markant sei die Verschlechterung der Geschäftslage bei den Beherbergungsbetrieben in den grossen Städten, heisst es weiter.
Günstigere Geschäftserwartungen deuten auf eine Belebung der Konjunktur hin
Einhellig entwickeln sich die Geschäftserwartungen: WIe die KOF schreibt sind die Geschäfserwartungen in allen genannten Wirtschaftsbereichen hinsichtlich der Entwicklung im kommenden halben Jahr günstiger als zuvor. Auch im Gastgewerbe steige die Zuversicht hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr wieder, auch wenn die Gastronomiebetriebe im laufenden Quartal nicht mehr mit einer Wende zum Positiven rechneten. Insgesamt deuteten die Ergebnisse auf eine breit angelegte Belebung der Schweizer Wirtschaft hin.
Die befragten Unternehmen planen per saldo fast so häufig wie im Vormonat, ihre Verkaufspreise anzuheben. Damit ist der Preisauftrieb zurzeit etwas geringer als im Mai und Juni dieses Jahres. In diesem Juli wollen häufiger als zuvor namentlich die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihre Verkaufspreise anheben. Hingegen sind die Verkaufspreisplanungen im Baugewerbe weniger sowie im Detailhandel und bei den übrigen Dienstleistungen leicht weniger stark aufwärts gerichtet als zuvor. Gefragt nach ihren Einschätzungen bezüglich der allgemeinen Konsumentenpreisinflation in den kommenden zwölf Monaten ergibt sich im Vergleich zur April-Umfrage insgesamt keine Änderung: Die Unternehmen erwarten im Durchschnitt weiterhin eine Konsumentenpreisinflation in dieser Zeitspanne von 1.2 Prozent. (mgt/mai)
*In die Ergebnisse der KOF Konjunkturumfragen vom Juli 2026 sind die Antworten etwa 4’500 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen eingeflossen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von etwa 57%.