Tramfreie Basler Innenstadt: Regierung will Initiative prüfen
Die Basler Regierung hat die Volksinitiative für eine tramfreie Innenstadt «Go Basel go» als rechtlich zulässig beurteilt. Sie hält die Forderung nach einer kompletten Aufhebung des Tramverkehrs auf der zentralen Achse aber für zu radikal.
Die Regierung beantragt dem Grossen Rat, die Initiative «Go Basel Go! Für mehr Lebensqualität in der Basler Innenstadt (Innenstadt-Initiative)» für rechtlich zulässig zu erklären, wie sie am Dienstag mitteilte. Die Initiative solle ihr zur vertieften Prüfung und zur Berichterstattung überwiesen werden.
Grundsätzlich unterstütze die Regierung das Anliegen einer hochwertigen Gestaltung und einer Entlastung der Innenstadt vom Tramverkehr, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese Ziele verfolge sie jedoch bereits mit bestehenden Planungen, insbesondere mit der Tramnetzentwicklung 2030.
Eine vollständige Aufhebung des Tramverkehrs auf der Achse zwischen Barfüsserplatz, Marktplatz und Schifflände sei jedoch zu radikal. Dies würde die Erreichbarkeit des Marktplatzes verschlechtern und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs insgesamt schwächen. Zudem seien eine alternative Tramführung, ein Ersatzangebot für mobilitätseingeschränkte Personen sowie die finanziellen Auswirkungen noch ungeklärt.
Neue Tramführung vorgesehen
Mit der Initiative sollen zwischen dem Basler Barfüsserplatz und der Schifflände künftig keine Trams mehr fahren. Stattdessen sollen sie über alternative Strecken ausserhalb des Stadtkerns geführt werden, etwa via Kohlenberg, Petersgraben und Schifflände oder über weitere Brücken. So soll «ein einladender und sicherer Raum mitten im Zentrum» entstehen: Der Barfüsserplatz etwa soll nicht nur von den Tramgleisen befreit, sondern auch komplett neu gestaltet werden.
Das Komitee «Go Basel Go!» hatte die Initiative im Juni mit über 4000 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Architektur unterstützen die Initiative. Dazu gehören die Basler Nationalrätin Sibel Arslan (Grüne) sowie die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron sowie der Crossair-Gründer Moritz Suter. (sda/mgt/pb)