09:11 BAUPROJEKTE

Rechtsstreit beigelegt: Campus Biel der BFH kann gebaut werden

Teaserbild-Quelle: pool Architekten

Der langjährige Rechtsstreit um den Bau des Campus Biel der Berner Fachhochschule ist beigelegt. Der Kanton Bern kauft einem Liegenschaftsbesitzer ein Grundstück ab. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich Ende 2023.

Visualisierung Fachhochschul-Campus Biel

Quelle: pool Architekten

Visualisierung des Campus Biel/Bienne.

Wenn alles glatt läuft, könnte der Campus 2027 in Betrieb gehen, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Der Kanton Bern will in Biel die beiden Fachhochschul-Departemente Technik und Informatik sowie Architektur, Holz und Bau konzentrieren. Ursprünglich war geplant, dass der neue Campus dieses Jahr in Betrieb geht. Doch seit langem klafft in Biel eine grosse Baugrube.

Rechtsstreit um Enteignung

Ein einziger Liegenschaftsbesitzer hatte sich rechtlich gegen die Enteignung seines Grundstücks gewehrt. Das Bundesgericht stoppte 2019 das Enteignungsverfahren, weil dieses nicht durch die Stadt Biel, sondern durch den Kanton Bern hätte vorgenommen werden sollen. Der Kanton und der Liegenschaftsbesitzer sind sich nun einig geworden, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte.

Der Staat kauft dem Eigentümer die Liegenschaft für 7,2 Millionen Franken ab. Auch die im Zusammenhang mit dem Abriss des Gebäudes entstehenden Kosten übernimmt der Kanton. Er rechnet insgesamt mit etwa 8,1 Millionen Franken. Das Kantonsparlament muss dies noch absegnen. Bei der Berechnung des Kaufpreises stützte sich der Kanton auf zwei externe Gutachten.

Der Regierungsrat bezeichnet den Preis als «angemessen und plausibel». Im Gegenzug verzichtet der Liegenschaftsbesitzer darauf, weitere Rechtsmittel gegen den Bau des Campus einzulegen. Mit der Einigung wird nun auch die Baubewilligung rechtskräftig.

Projekt auf Sparpotenzial geprüft

Doch der Streit mit dem Liegenschaftsbesitzer war bislang nur eines von verschiedenen Problemen, die dazu führten, dass der Campusbau nicht wie geplant vorwärts kam. Im Jahr 2019 musste der Kanton eine erste Ausschreibung abbrechen, nachdem die eingegangenen Offerten deutlich über dem Kreditrahmen von 233,5 Millionen Franken lagen.

Der Kanton musste über die Bücher und das Projekt auf Sparpotenzial abklopfen. Die neue Ausschreibung ist inzwischen angelaufen. Im laufenden Jahr wurde mit verschiedenen Totalunternehmen nach weiteren Optimierungen gesucht, wie der Regierungsrat mitteilte.

Trotzdem ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass die vom Kantonsparlament 2017 bewilligten 233,5 Millionen Franken nicht ausreichen werden. Ein Zusatzkredit im höheren zweistelligen Millionenbereich dürfte nötig werden. Der Grosse Rat soll in der Junisession 2023 darüber entscheiden.

Verzögerung weiterer BFH-Projekte

Die Verzögerungen in Biel wirkten sich auch auf weitere Bauprojekte der Berner Fachhochschule aus. Beispielsweise auf die Planung des Bildungscampus in Burgdorf. Denn der dort geplante Neubau der Technischen Fachschule kann erst realisiert werden, wenn die Berner Fachhochschule von Burgdorf in den neuen Campus Biel umgezogen ist.

Vor diesem Hintergrund wurde inzwischen ein Teilprojekt des geplanten Bildungscampus Burgdorf für eine Gymnasium-Erweiterung vorgezogen. Der Kanton will dieses unabhängig vom Neubau der Technischen Fachschule vorantreiben, wie die Bau- und Verkehrsdirektion Mitte September bekanntgab. (sda/pb)

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