Landrat spricht 77,8 Millionen für Ortsdurchfahrt Birsfelden BL
Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag Ausgaben in der Höhe von 77,8 Millionen Franken für die neue Ortsdurchfahrt Birsfelden bewilligt. Ein Rückweisungsantrag der SVP wurde abgelehnt.

Quelle: Tiefbauamt Basellandschaft
Visualisierungen der neuen Ortsdurchfahrt Birsfelden.
Die Ortsdurchfahrt Birsfelden wird neu gestaltet. Der Landrat hat dafür 77,8 Millionen Franken bewilligt – wie von der Regierung beantragt. Die Bauzeit ist für vier bis fünf Jahre angesetzt. 68 Landratsmitglieder sprachen sich für die Vorlage aus. Dagegen stimmten sieben Landrätinnen und Landräte. Es gab zwei Enthaltungen.
Nur SVP war dagegen
Der FDP-Fraktionssprecher Rolf Blatter kritisierte die lange Bauzeit, die Fraktion werde dem Projekt aber «zähneknirschend» zustimmen.
Dem entgegnete die Mitte-Fraktion: Man könne die Durchfahrt ohne das Projekt sanieren, aber das gebe keinen Mehrwert. Zudem sei der behindertengerechte Ausbau verpflichtend.
Auch die Fraktionen der SP, GLP und Grünen-EVP stellten sich hinter das Projekt. Die SP-Einzelsprecherin und Birsfelder Gemeinderätin Désirée Jaun bat den Landrat im Namen der Gemeinde um Unterstützung.
SVP-Fraktionssprecher Andi Trüssel warnte vor einem möglichen Referendum gegen das Unterfangen und SVP-Einzelsprecher Markus Graf fragte sich, ob die geplanten Kreisel den Verkehrsfluss tatsächlich verbessern werde. Die Fraktion beantragte eine Rückweisung an die Regierung. Diese wurde mit 63 zu 11 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt.
Kommission spricht von Alternativlosigkeit
Die Ampelkreuzungen der Hauptstrasse mit der Rheinstrasse und der Schulstrasse werden in Kreisel umgewandelt, um den Verkehr flüssiger zu machen. Zudem wird die Einmündung der Birseckstrasse in die Hauptstrasse umgebaut, wofür der Kanton 550 Quadratmeter Privatboden akquirieren und ein Gebäude abbrechen muss.
Grösstenteils setzt das Projekt auf Mischverkehr zwischen Tram und motorisiertem Individualverkehr (MIV) mit beidseitigen Velostreifen. Im Zentrum soll es Baumreihen geben. Zwischen dem Tramkreisel Hard und dem neuen Kreisel Schulstrasse soll das Tram zudem ein Eigentrassee erhalten.
Die Bau- und Planungskommission bezeichnete die Vorlage in ihrer Beratung als alternativlos und empfahl eine Annahme. Sie anerkannte jedoch, dass nicht alle Anliegen der Bevölkerung berücksichtigt werden konnten. Die IG Ortsdurchfahrt droht mit einem Referendum. (sda)