10:57 BAUPROJEKTE

Biomedizin-Neubau in Basel: Grosser Rat schluckt Kreditsicherung

Teaserbild-Quelle: Burckhardt+Partner

Der Basler Grosse Rat hat am Mittwoch die neue Kreditsicherungsgarantie für den Neubau des Biomedizin-Zentrums der Universität Basel bewilligt. Mit 182,5 Millionen Franken fällt der baselstädtische Beitrag um 72 Prozent höher aus als ursprünglich berechnet.

Neubau Biomedizin Basel

Quelle: Burckhardt+Partner

Soll das neue Forschungsgebäude des Uni-Departements für Biomedizin dereinst aussehen.

Wie die Kreditsicherungsgarantie für den Neubau erhöht sich auch der baselstädtische Beitrag an den Kosten für den Abbruch des Altbaus. Und zwar von vier auf sieben Millionen Franken. Dazu kommen jährliche Folgekosten in der Höhe von 19,5 Millionen während den ersten zehn Jahren und von 14,5 Millionen Franken in den Folgejahren. 

Da es sich um ein partnerschaftliches Geschäft handelt, wird auch der Baselbieter Landrat dieselben Beträge bewilligen müssen. Die Landratsdebatte ist auf Donnerstag angesetzt. 

Zähneknirschen in der Debatte 

Der Präsident der Finanzkommission, Joël Thüring (SVP), sprach in der Debatte von einem «Z-Geschäft», wobei «Z» für Zähneknirschen stehe. Nach spürbaren Knirschgeräuschen stimmte der Grosse Rat der Garantiesumme mit 88 Stimmen bei 1 Gegenstimme und 3 Enthaltungen zu. 

Mit Befremden habe die Kommission zur Kenntnis genommen, dass man sich bei der ersten Kostenberechnung im Jahr 2014 um zusammengerechnet 153 Millionen Franken verschätzt habe, so Thüring weiter. Die Erhöhung der Kosten um 72 Prozent stehe in keinem Zusammenhang mit der aufgelaufenen Teuerung in der Höhe von 11 Prozent. 

Auf der anderen Seite könne das gewählte Totalunternehmer-Modell mit einem verbindlichen Preisdach im Rückblick auf das Kostendebakel beim Biozentrum-Neubau auch beruhigend sein, sagte Thüring. Aufgrund dieser Erfahrungen nehme man auch die längere Bauzeit von fünf Jahren plus anderthalb Jahre für die Inbetriebnahme zur Kenntnis.

Ursprünglich war die Bauzeit auf drei Jahre angesetzt. Die Inbetriebnahme ist nun neu auf das Jahr 2031 geplant. Dann sollen die heute fünf Standorte auf dem sogenannten Campus Gesundheit konzentriert werden. 

Ablehnung wäre verantwortungslos 

Von Lehren aus der Baugeschichte beim Biozentrum sprach auch der zuständige Regierungsrat und Vorsteher des Erziehungsdepartements, Conradin Cramer (LDP). Er betonte aber die hohe Bedeutung des Geschäfts für die Universität. 

In der Grossratsdebatte taten alle Fraktionssprechenden ihre Zustimmung zur Kreditsicherungsgarantie kund. Moniert wurde allerdings, dass der Rat alternativlos vor ein Fait accompli gestellt werde, wie SVP-Sprecher Pascal Messerli sagte. 

Eine Ablehnung wäre verantwortungslos, sagte etwa der SP-Sprecher Tim Cuénod. Er wies aber im Einklang mit LDP-Sprecher Olivier Battaglia auch auf das Risiko hin, dass man mit dem «Angsthasen»-Modell mit dem Totalunternehmer nicht flexibel auf sich ändernde Voraussetzungen reagieren könne. 

GAB-Sprecherin Patrizia Bernasconi mahnte, dass sich die Universität Basel nach den teuren Neubauten nicht zu sehr auf Life Science konzentrieren solle. Andere Gebiete wie die Sozialwissenschaften oder Gender Studies dürften nicht untergehen, sagte sie. (sda/pb)


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