Raiffeisen-Studie: Horten von Bauland verschärft Wohnungsnot
In der Schweiz wird Bauland in erheblichem Umfang gehortet statt bebaut. Das verschärft lauf einer Studie von Raiffeisen Schweiz die Wohnungsnot.
Quelle: Tierra Mallorca, Unsplash
Bauland Horten statt bebauen sorgt gemäss Raiffeisen Schweiz für eine höhere Rendite.
Die Zahl erstaunt: Laut einer Schluss von Raiffeisen Schweiz sind die bestehenden unbebauten Wohnbauzonen ausreichend, um Wohnraum für bis zu 1,5 Millionen Personen zu schaffen. Dennoch entsteht weniger als ein Drittel der neu erstellten Wohnungen auf unbebautem Land.
Als Hauptgrund nennt Raiffeisen die hohe Attraktivität der Baulandhortung: Damit wurde in den vergangenen 25 Jahren eine Rendite von 592 Prozent erzielt - der Bau und die Vermietung eines Mehrfamilienhauses erwirtschafteten dagegen nur 400 Prozent. Und das bei einem höheren Risiko.
Quelle: Stefan Gyr
Wegen zu geringer Bautätigkeit ist weiter mit Engpässen i Wohnungsangebot und steigenden Mieten zu rechnen.
Falsche Anreize
Das geltende Raumplanungsregime setze damit falsche Anreize und führe zu einer künstlichen Verknappung von Bauland, was die Bodenpreise zusätzlich in die Höhe treibe. Raiffeisen fordert grundlegende Reformen in der Raumplanung, bei der Baulandmobilisierung sowie im Mietrecht, um den strukturellen Wohnungsmangel zu entschärfen.
Zwar habe sich der Anstieg der Angebotsmieten 2025 abgeschwächt, dies dank tieferer Zuwanderung und einer leicht rückläufigen Nachfrage. Das aufgelaufene Wohnungsdefizit bleibt jedoch bestehen Mehr noch: Mittel- bis langfristig ist aufgrund zu geringer Bautätigkeit erneut mit Engpässen und weiter steigenden die Mieten zu rechnen.
Auch am Eigenheimmarkt verschärft sich laut Raiffeisen die Situation: 2025 verteuerten sich Eigentumswohnungen im Schnitt um 36000 Franken, Einfamilienhäuser um 55000 Franken. Das heisst: Die notwendigen Eigenmittel wachsen damit schneller als die Sparleistungen vieler Haushalte. Nachdem 2010 noch rund zehn Jahre Sparen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ausgereicht hatten sind es heute schon 28 Jahre. (SDA/bk)