13:03 BAUPROJEKTE

Archiv-Geschichten: Der Bau der Lötschbergbahn

Teaserbild-Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Wehrli, Leo / Dia_247-00973 / CC BY-SA 4.0

Vom Bau der Lötschbergbahn: Ein Redaktor berichtet im Januar 1920 über einen interessanten Vortrag eines Bauleiters, der damals für die Südrampe zuständig war. Interessante Vergleiche zur Arosa- und Räthischen Bahn werden gezogen und über den «berüchtigten Bündnerschiefer» diskutiert.

Erste Geschichte: «Der Bau der Lötschbergbahn»


Autor unbekannt– Erschienen am 20. Januar 1920.

Über den Bau der Lötschbergbahn hielt Der Diplom-Ingenieur Andreä einen mit Lichtschildern begleiteten Vortrat im Ingenieur- und Architektenverein in Chur. Er war Bauleiter der Südrampe. Wir übernehmen hierüber dem «Freien Rätier» folgende Mitteilungen: Die Entstehungsgeschichte des Werkes beginnt am Dezember 1905, als ein französisches Finanzkonsortium dem Kanton Bern einen Entwurf vorlegte, dessen Rollen sich auf 74 Millionen Franken, wovon 37 Millionen für den Haupttunnel, sich beliefen. Im Juni 1906 wurde der Bau beschlossen.

Unklare Vertragsverhältnisse – es lagen demselben teils Pauschals- teils Einheitspreise zugrunde – brachten bald Meinungsdifferenzen mit sich, die einen vorübergehenden Stillstand der Arbeiten zur Folge hatten. Ende 1909 wurde dann ein neuer Einheitspreisvertrag aufgestellt. Das inzwischen ausgearbeitete definitive Projekt sah eine Spur vor, der Bau der zweiten Spur wurde vorbereitet. Die maximale Steigung sollte 27 pro Mille, der kleinste Radius 300 Meter betragen. – Die Nordrampe misst 20 Kilometer, der Haupttunnel 14,6 Kilometer, (Gotthard 14,9 Kilometer), die Südrampe 25 Kilometer. Elektrischer Betrieb war vorgesehen.

Der Tunnel, als einfacher Doppelspurtunnel, mit Maximalsteigung von 7 bis 8 pro Mille, hat eine Scheitelhöhe von 1248 Meter über dem Meere. Für die Bohrungen kam der jetzt wieder fast allgemein genutzte Druckluftbohrer zur Verwendung, dessen Hauptvorteil die Verwendbarkeit in allen Stadien des Baues ist. Die Ventilationsanlage mit primärem und sekundärem Kreislauf erwies sich als im vorliegenden Falle nicht rationell. Der Tunnelbau begann am 1. November 1906, der Durchschlag erfolgte am 31. März 1911.

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