09:10 BAUPRAXIS

Strassenbau-Tagung: Mit optimierten Belägen gegen Strassenlärm

Teaserbild-Quelle: FachWissenBau GmbH

Dauerhaft Lärm ausgesetzt sein, erhöht die Risiken für die Gesundheit. Beim Strassenverkehr soll die Lärmreduktion daher vermehrt an der Quelle erfolgen. Die Erfahrungen mit lärmarmen Belägen sind dabei bisher durchwegs positiv. Doch viele Faktoren haben einen Einfluss auf die akustische Wirksamkeit dauerhafter Deckschichten.

Bei Deckschichten ist Präzisionsarbeit gefragt.

Quelle: FachWissenBau GmbH

Der Einbau des Belags erfolgt oft in der Nacht, was eine straffe Organisation erfordert.

In der Schweiz ist jede siebte Person Lärm ausgesetzt. Unerwünschter Schall, wie Forscher den Lärm nennen, kann laut Studien schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Jedes Jahr verursacht Lärm 500 vorzeitige Todesfälle. Denn ist der Körper dauerhaft mit Lärm konfrontiert, gerät er in Alarmbereitschaft und schüttet in der Folge Stresshormone aus, was laut Studien zu Herz- und Kreislaufproblemen führt, im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt. Auch Diabetes wird mit Lärm in Zusammenhang gebracht.

Zudem verursacht der Lärm aller Verkehrsträger externe Kosten von 2,7 Milliarden Franken. Rund die Hälfte entfällt auf Gesundheitseffekte, die andere Hälfte auf die Reduktion von Mieterträgen oder Werteinbussen bei Verkäufen von lärmbelasteten Liegenschaften.

Gemäss Statistiken der 2018 publizierten Lärmdatenbank ist der Strassenverkehr die schlimmste Lärmquelle. Massnahmen gegen Strassenlärm widmete sich dieses Jahr daher die Strassenbautagung in Olten. Im Zentrum standen die Wirkung lärmarmer Beläge und neue Entwicklungen in der Reifentechnik. Gemessen an kleinen Zahlen haben die Effekte zur Lärmreduktion grosse Wirkungen. Eine Lärmreduktion um drei Dezibel auf der logarithmischen Skala entspricht einer Halbierung des Verkehrs.

Lärm an der Quelle reduzieren

Der Auftrag zur Lärmbekämpfung ist in der Bundesverfassung formuliert, wonach die «Bevölkerung vor lästigen oder schädlichen Einflüssen zu schützen» ist. Das Vorsorgeprinzip postuliert einen präventiven Schutz. Die störende Wirkung von Lärm oder anderen Immissionen muss nach dem Verursacherprinzip abgegolten werden. Beiden Prinzipien folgen die Lärmschutzprogramme des Bundes. Die Strategie des Bundes ist im «Nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung» festgehalten. 

Letztlich umsetzen müssen den Lärmschutz Kantone und Gemeinden. Tatsächlich sind seit 2008 die Investitionen des Bundes in Lärmschutzmassnahmen deutlich gestiegen. Der Bund kann mit den Kantonen Vereinbarungen treffen, neue Programme beschliessen, Ziele vereinbaren und Beiträge sprechen. Vorher war das nicht möglich. «Das hat viel bewirkt», sagt Urs Walker, oberster Lärmbekämpfer der Schweiz beim Bundesamt für Umwelt Bafu. Bisher konnten in den Kantonen rund 160‘000 Personen bereits von den Schutzmassnahmen profitieren. Das Bundesamt für Strassen Astra konnte mittels Lärmschutzwänden entlang von Autobahnen 110‘000 Personen vom Strassenlärm entlasten.

Intensiviert wurde seither auch die Forschung zur Optimierung lärmarmer Beläge. Unter leisen Strassenbelägen fallen Belagssorten, die in der Regel einen Anfangslärmpegel aufweisen, der rund drei Dezibel tiefer liegt als herkömmlicheDeckschichten.

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