08:01 BAUPRAXIS

Erde für alle: Bauen mit Lehm

Teaserbild-Quelle: Terrabloc

Lehm ist eines der ursprünglichsten Baumaterialien der Menschheit. Doch Gebäude aus Lehm haben entweder bereits mehrere Jahrhunderte überdauert oder befinden sich in Entwicklungsländern. Das Genfer Unternehmen Terrabloc setzt auf die Entwicklung neuer Produkte, die den Lehmbau wieder in den Fokus rücken.

Lehm_Wohnhaus Chemin de la Planta in Bellerive 1

Quelle: Dominique Plüss

Das Wohnhaus in Chemin de la Planta in Bellerive VD wurde von den Zürcher Jomini Zimmermann Architekten entworfen. Alle Innenwände wurden in Lehmbauweise mit Steinen von Terrabloc gebaut und sind teilweise mit Lehmputz versehen. Zudem wurden Böden aus Lehmkasein eingebaut.

Altes Material für modernes Bauen

Das Genfer Unternehmen Terrabloc ist vor rund zehn Jahr auf diesem Gebiet gestartet. Die beiden Gründer, Werkstoffingenieur Rodrigo Fernandez und Architekt Laurent de Wurstemberger, haben eine Vision: «Erde für alle» in einen edlen, nachhaltigen und ökologischen Rohstoff verwandeln. Sie wollen den Lehmbau aus der Nische herausholen, ihn zu einem massentauglichen Produkt entwickeln. Die Strategien und Produkte des jungen Westschweizer Baustoffunternehmens stellte Rodrigo Fernandez in der Baumuster-Centrale in Zürich vor. Zudem präsentierten die Architekten Tanya Zein und Stanislas Zimmermann zwei Projekte, die bereits mit Materialien von Terrabloc umgesetzt wurden.

«Seit vielen Jahren bestehen Probleme mit der Verwendung von Aushubmaterial. Dies war der Auslöser zum Start unseres Projekts. Wie stellten uns die Frage, wofür dieses Material verwendet werden kann», berichtet Rodrigo Fernandez. «Wir wussten, dass technische Möglichkeiten bestehen, diese Materialien zu verwerten, und dass die Verwendung von Ton auch das Raumklima positiv beeinflusst.» Allein im Kanton Genf fallen jährlich rund drei Millionen Kubikmeter Aushubmaterial an, die abtransportiert und auf der Deponie eingebaut werden müssen. In Zürich ist die Menge doppelt so hoch.

Nach der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises des Kantons Genf erwarben die Tüftler 2011 mit dem Preisgeld ihre erste Presse. Zwei Jahre lang experimentierten die beiden neben ihrem Job an den Wochenenden an unterschiedlichen Mischungen. «Es war eine Zeit mit vielen Tests mit unterschiedlichen Stabilisierungen, Phasen und Erden, um die Eigenschaften aller Lehmarten und Aushubmaterialien zu analysieren und zu verstehen», berichtet Fernandez.

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Jetzt einloggen

Sie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente

Autoren

Redaktorin Baublatt

Ihre Spezialgebiete sind Architektur- und Technikthemen.

Tel. +41 44 724 77 20 E-Mail

Anzeige

Dossier

Besondere Orte

Besondere Orte

Ob schwimmende Bücher, Schlumpfhausen oder die Geschichte eines Pöstlers, der sich einen Palast baut. In der Serie «Besondere Orte» stellen wir in loser Folge spektakuläre oder besonders bemerkenswerte Plätze, Bauten und Geschichten auf der ganzen Welt vor.

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.