15:11 BAUBRANCHE

Rassismus: Mohren-Inschriften an Häusern in Zürich bleiben vorerst

Teaserbild-Quelle: Archäologie 2020

Die Stadt Zürich will an zwei städtischen Liegenschaften im Niederdorf rassistische Inschriften abdecken lassen. Weil es dazu eine Baubewilligung braucht, bleiben die Inschriften vorerst weiterhin sichtbar. Infotafeln vor Ort weisen auf die Pläne der Stadt hin. 

Haus zum Mohrentanz

Quelle: Archäologie 2020

Eines der Häuser im Niederdorf: Solche Hausnamen sollen Geschichte werden.

Das Haus «Zum Mohrenkopf» am Neumarkt 13 und das Haus «Zum Mohrentanz» an der Niederdorfstrasse 29 bleiben vorerst so angeschrieben, wie aus einer Mitteilung der Stadt Zürich vom Freitag hervorgeht. Der Stadtrat kündigte im April an, die beiden Inschriften mit rassistischer Wirkung noch in diesem Jahr entfernen zu lassen. 

Weil die Liegenschaften unter Schutz stehen, braucht es für Veränderungen an ihnen aber eine Baubewilligung. Das notwendige Baugesuch wurde nun eingereicht. Geplant ist allerdings nicht mehr, die Inschriften zu entfernen. Sie sollen lediglich abgedeckt werden. Wann es soweit ist, ist derzeit offen. 

Rassismus im Zürcher Stadtbild

Infotafeln vor Ort erläutern bis auf Weiteres die geplante Abdeckung. Ein QR-Code führt auf eine Webseite mit weiterführenden Informationen zum Thema Rassismus im Zürcher Stadtbild. Für eine Ergänzung der historischen Kontextualisierung will der Stadtrat zudem einen Forschungsauftrag vergeben. 

Bei Liegenschaften und Objekten im privaten Besitz kann die Stadt nicht direkt eingreifen. Die Stadt will aber direkt auf die Betreffenden zugehen, um sie zu sensibilisieren, damit sie mit den städtischen Vorgaben gleichziehen. (sda) 

Mohrenhäuser 2

Quelle: Claudia Bertoldi

Eine Malerei auf der Fassade des Mohrenhauses «Zum kleinen Mohren» am Neumarkt 22 ist besonders ins Visier der Anti-Rassismus- und Diskriminierungsgegner geraten.

Mohrenhäuser 3

Quelle: Claudia Bertoldi

Ein farbiger Junge hält eine Bretzel in der Hand: Das Haus dürfte zu einer Bäckerei gehört haben, die dort enst untergebracht war, die Bemalung diente als Werbung.

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