Reallöhne sind im Jahr 2025 um 1,6 Prozent gestiegen
Schweizer Arbeitnehmende haben im letzten Jahr im Durchschnitt von einer deutlichen Lohnsteigerung profitiert. Die Branchenunterschiede sind allerdings riesig. Das zeigt der Schweizerische Lohnindex des Bundesamts für Statistik (BFS).
Im vergangenen Jahr nahmen die Nominallöhne gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 1,8% zu, heisst es in einer Mitteilung des BFS von Dienstag. Im Vorjahr waren diese ebenfalls um 1,8% gestiegen, 2023 um 1,7%. In den wichtigsten Gesamtarbeitsverträgen (GAV), denen über 595’422 Arbeitnehmende angeschlossen sind, wurde für 2025 kollektivvertraglich eine Effektivlohnerhöhung von 0,9% vereinbart.
Grosse Unterschiede in der Lohnentwicklung im vergangenen Jahr zeigen sich bei den Geschlechtern: Über alle Wirtschaftszweige hinweg erhöhten sich die Nominallöhne der Frauen durchschnittlich um 2,3%, jene der Männer um 1,5%.
Die Preise stiegen laut der Auswertung des BFS letztes Jahr im Jahresdurchschnitt um lediglich 0,2%. 2024 hatten sie sich um 1,1%, 2023 um 2,1% erhöht. In Kombination mit den inflationsbereinigten Nominallöhnen verbesserte sich die Kaufkraft der Löhne dadurch um 1,6% (2024: +0,7%; 2023: -0,4%).
Industriesektor unter Gesamtdurchschnitt
Im Industriesektor erhöhten sich die Nominallöhne im vergangenen Jahr um 1,5% (2024: +1,5%; 2023: +2,1%), etwas weniger stark als in der Schweizer Gesamtwirtschaft (+1,8%). Auf Ebene der Branchengruppierungen stiegen die Nominallöhne im verarbeitenden Gewerbe insgesamt um 1,7%, im Baugewerbe um 1,3%.
In den einzelnen Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes variierte der Lohnanstieg von +0,7% bis +3,1%. Am stärksten war die Zunahme in der Branche «Kokerei und Mineralölverarbeitung; Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen» (+3,1%).
Auch in der «Herstellung von Metallerzeugnissen» (+2,4%) und in der «Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, Uhren und elektrischen Ausrüstungen» (+2,3%) lag der nominale Anstieg über dem Durchschnitt des Sektors. Im «Maschinenbau, Fahrzeugbau» fiel die Lohnentwicklung hingegen moderater aus (+0,7%).
Öffentliche Verwaltung mit stärkstem Zuwachs
Im Dienstleistungssektor erhöhten sich die Nominallöhne 2025 mit durchschnittlich 1,9% etwas stärker als im Industriesektor. Sie entwickelten sich allerdings nicht in allen Wirtschaftszweigen gleich, die Zunahmen bewegten sich zwischen 0,4% und 3,3%.
In den Branchen «Beherbergung und Gastronomie», «Verkehr und Lagerei» sowie «Post-, Kurier- und Expressdienste» lag der Anstieg nahe am Durchschnitt des Sektors (1,7%). Die stärksten Zunahmen wurden laut BFS in der «Öffentlichen Verwaltung» (+3,3%) sowie den «Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten» (+2,6%) verbucht. Der «Handel» (+1,5%) hinkte leicht hinter dem Durchschnitt des Sektors zurück.
Demgegenüber blieben die Nominallöhne in den Branchen «Gesundheitswesen; Heime und Sozialwesen» (+0,4%) sowie «Sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten» (+0,7%) relativ stabil.
Stärkstes Lohnplus seit 2009
2025 nahm die Kaufkraft der Löhne im zweiten Jahr in Folge zu (2024: +0,7%). Die rückläufige Inflation (+0,2% gegenüber +1,1% im Jahr 2024 und +2,1% im Jahr 2023) führte zusammen mit dem Anstieg der Nominallöhne um 1,8% gesamtwirtschaftlich zu einer Erhöhung der Reallöhne um 1,6%. Wie das BFS schreibt, handelt es sich dabei um «das deutlichste Plus seit 2009» (+2,6%). Eine vergleichbare Zunahme sei einzig 2015 und 2020 beobachtet worden (+1,5%).
Je nach Branche verlief die Reallohnentwicklung im letzten Jahr sehr unterschiedlich, in einer Bandbreite von +0,2% bis +3,1%. Die Abweichungen unterstreichen laut BFS die Vielfalt der Lohndynamik in den einzelnen Wirtschaftszweigen. (mgt/pb)