2,1 Milliarden Franken für das Schweizer Nationalstrassennetz
Das Bundesamt für Strassen (Astra) zählt zu den grössten Auftraggebern im Schweizer Tiefbau: Im 2025 hat es 2976 Beschaffungen für gesamthaft rund 2,1 Milliarden Franken getätigt. Im Vorjahr waren es 3082 Beschaffungen für 1,9 Milliarden. Dies zeigt der dieser Tage vom Astra publizierte, jährliche Bericht zum Beschaffungswesen.
Den mit 82 Prozent wertmässig grössten Anteil vergab das ASTRA im Wettbewerbsverfahren, davon sind wiederum 79 Prozent in offenen Verfahren vergeben worden.
Einen der grössten Einzelaufträge des Jahres erhielt ein Konsortium für Arbeiten, das Groupement Tunnel du Locle, beim «Tunnel du Locle» im Kanton Neuenburg: Der Zuschlag für das Projekt «Contournement Le Locle» belief sich auf 484,7 Millionen Franken. Das Projekt an der Grenze zwischen dem Kanton Neuenburg und Frankreich gehört zu den wichtigsten, aktuellen Strassenbauvorhaben der Schweiz. Es soll Le Locle mit Hilfe eines rund vier Kilometer langen Tunnels vom Pendlerverkehr entlasten. Er verbindet den Westen der Stadt beim Col des Roches und mit der bestehenden Anschlussstelle Crêt-du-Locle im Osten. Läuft alles nach Plan, kann der Tunnel nach einer rund zehnjährigen Bauzeit im Jahr 2031 den Betrieb aufnehmen.
Bei 48 Prozent der Vergaben Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt
Rein zahlenmässig dominierten die freihändigen Vergaben, bei denen das Gesetz aus Gründen der Verhältnismässigkeit keine Ausschreibung vorschreibt. Laut Medienmitteilung des Astra, wird auch das Thema Nachhaltigkeit wichtiger: Bei knapp der Hälfte – oder 48 Prozent der offenen Ausschreibungen – sind Nachhaltigkeitsaspekte in den Zuschlagskriterien berücksichtigt worden. Im Vorjahr waren es 40 Prozent gewesen.
Nicht im Bericht enthalten sind Beschaffungen, die von Dritten im Auftrag des Astra getätigt worden sind. Das betrifft vor allem den Betrieb der Nationalstrassen durch die kantonalen Gebietseinheiten aber auch die Netzfertigstellung durch die Standortkantone.
Für den Betrieb der Nationalstrassen gab das Astra 2025 rund 454 Millionen Franken ais; auf die Netzfertigstellung entfiel ein Bundesanteil von rund 197 Millionen Franken. In diesen Fällen kommt in der Regel das kantonale Beschaffungsrecht zur Anwendung. (mgt/mai)