13:05 VERSCHIEDENES

Landeplätze für Passagierdrohnen: Ankommen auf dem Baobab-Turm

Teaserbild-Quelle: EHang

Luftiges Sightseeing mit elektrischen Passagierdrohnen: Dieses Ziel verfolgt die chinesische Firma EHang. Nach erfolgreichen Jungfernflügen hat das Unternehmen nun baumähnliche Türme vorgestellt, die den Drohnen als Start- und Landeinfrastruktur dienen sollen. 

Visualisierung Baobab-Landetürme für EHang-Drohnen

Quelle: EHang

Das Projekt «Baobab» zeigt mögliche Start- und Landeplattformen für die Passagierdrohnen.

Der Drohnenhersteller EHang verfolgt seit längerem ein Projekt für Passagierdrohnen, die für den Transport, Rettungsdienst oder für Luft-Sightseeing-Touren eingesetzt werden sollen. Im November 2020 fanden hierzu mit südkoreanischen Partnern in den Städten Seoul und Daegu erste erfolgreiche Jungfernflüge mit den elektrischen «Ehang 216»-Drohnen statt. 

Vertiports als Start- und Landeinfrastruktur 

Nun treibt EHang das Projekt weiter voran: Mitte März gab das Unternehmen seine Partnerschaft mit dem italienischen Architekturbüro Giancarlo Zema Design Group (GZDG) bekannt. Das Büro entwarf für die Firma unter dem Namen «Baobab» hölzerne Türme – sogenannte Vertiports –, die als Start- und Landeplattform dienen sollten. Mit einer Höhe von bis zu 30 Metern sollten diese für künftige Angebote im Bereich «Urban Air Mobility» eine passende Infrastruktur bereitstellen. 

Die Konstruktionen sollen gleichzeitig aber auch die Aufladung der Flieger übernehmen, wie der Drohnenhersteller mitteilte. So werden die Fassaden der dem afrikanischen Affenbrotbaum (Baobab) nachempfundenen Türme mit Solarpanels ausgestattet. Im Inneren der aus einer Kombination von Stahl und Brettschichtholz bestehenden Strukturen sollten ausserdem jeweils ein Warteraum, ein Café sowie ein grosses Restaurant mit Panorama-Ausblick realisiert werden. 

Visualisierung Landestationen für EHang-Drohnen

Quelle: EHang

Auf den Dächern der baumähnlichen Strukturen sollen jeweils drei Landeplattformen Platz finden.

Rutschfeste Photovoltaikmodule für Aufladung 

Die Passagiere selbst gelangen mit einem Lift nach oben auf die Flugplattform. Auf dem Dach finden wiederum Begrünungs- und Sitzelemente sowie drei Landeplattformen Platz, die die Drohnen zugleich drahtlos aufladen. Dies mit Hilfe eines Spezialbodens mit rutschfesten Photovoltaikmodulen der Firma Solapave, die täglich bis zu 300 Kilowatt Energie bereitstellen sollen. LED-Leuchten sorgen in der Nacht für eine gute Beleuchtung. 

Das Projekt «Baobab» dient nun als Planungsbasis für die weitere Angebotsentwicklung der «Ehang 216»-Drohnen, wie die Firma weiter mitteilte. Denn bevor ein solcher Flugservice überhaupt angeboten werden kann, braucht es eine passende Infrastruktur. Gemäss aktuellen Plänen will man solche «Hubs» dereinst in der chinesischen Stadt Zhaoqing, auf den Malediven, in Italien sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten realisieren.

Die Jungfernflüge der Passagierdrohne von November 2020. 

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Redaktorin Baublatt

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