Graubünden: Ampeln gegen Ausweichverkehr
Seit Jahren versuchen die Behörden den Verkehr auch bei hohem Aufkommen auf der Autobahn zu behalten. Das Bundesamt für Strassen (Astra) plant hierzu auf der A13 unter anderem neue Verkehrssysteme.
Quelle: Astra
Alljährlicher Osterstau: In Graubünden soll der Ausweichverkehr durch die Dörfer durch Lichtsignalanlagen unterbunden werden.
Der Kanton Graubünden will die Dörfer entlang der A13 stärker vom Ausweichverkehr der A13 befreien. Er installiert deshalb in Absprache mit dem Astra vier neue Ampeln, die den Stau während der kommenden Feiertage möglichst auf der Autobahn belassen.
Die neuen Anlagen stehen in Rothenbrunnen, Domat/Ems und Bonaduz. Sie sind derzeit im Bau und sollen ab Ostern einsatzbereit sein. Das Tiefbauamt Graubünden bezeichnet sie als Reaktion auf die hohe Verkehrsbelastung während der Feiertage: Sie sollen den Ausweichverkehr in den Dörfern minimieren.
Quelle: Tiefbauamt Graubünden
Standort 1 an der Kantonsgrenze.
Verkehrszahlen in Echtzeit
Das System basiert auf einem erfolgreichen Pilotversuch mit einer Anlage in Zizers: Diese erfasst Verkehrszahlen in Echtzeit. Sind viele Fahrzeuge auf der Ausweichroute durch Zizers unterwegs, wird über eine LED-Anzeige eine Massnahme wie beispielsweise «Verkehrsüberlastung Ortszentrum» kommuniziert. Über eine integrierte Zeitanzeige werden die Verkehrsteilnehmenden über die Dauer bis zur nächsten Grünphase informiert.
So soll der Verkehr während den Grünphasen verdichtet fliessen können. Zusätzlich zu den neuen festen Anlagen wollen die Behörden temporäre Anlagen bei Bedarf hochfahren. So könnten weitere personell betriebene Dosierstellen in Mastrils, Fläsch und auf der St. Luzisteig betrieben werden. Mit den Massnahmen sollen die Verkehrssicherheit erhöht und der Verkehrsfluss auf der stark befahrenen Nord-Süd-Achse verbessert werden. Gleichzeitig werden in mehreren Abschnitten die Leitplanken erneuert.
Quelle: Tiefbauamt Graubünden
Standort zwei zwischen Landquart und Domat Ems.
Bevorzugung von Einheimischen nicht möglich
Nicht umsetzbar ist indes eine Bevorzugung von Einheimischen: Grund sind rechtliche Vorgaben und praktische Schwierigkeiten. Viele Kantons- und Gemeindestrassen unterstehen der Durchgangsstrassenverordnung des Bundes und müssen für den allgemeinen Verkehr offen bleiben. Eine entsprechende Motion wurde 2025 im Parlament abgelehnt. Ein Pilotversuch im Jahr 2022 zeigte zudem deutliche Probleme in der Umsetzung. Es ist oft unklar, wer als Einheimischer gilt - etwa bei Gästen, Wochenaufenthaltern oder Mietfahrzeugen. Eine einheitliche und diskriminierungsfreie Kontrolle ist daher kaum möglich. Zusätzlich führten Kontrollen zu Staus und verschärften die Verkehrssituation weiter.
Ausgebremst wurden kürzlich tiefgreifende Ausbaupläne ausgebremst: Ein Ausbau der A13 auf eine Doppelspur zwischen Reichenau und Rothenbrunnen hat laut ETH-Studie aus Kostengründen keine Priorität. Laut der Studie, die der Bund als Grundlage für Entscheidungen herbeizieht, würde der neue A13-Abschnitt mit einem zweiten Tunnel bei Isla Bella über 1,9 Milliarden Franken kosten. Das ist für die nächsten zwanzig Jahre zu teuer. (SDA/bk)
Quelle: Tiefbauamt Graubünden
Standort 3 zwischen Domat Ems und Rothenbrunnen.