14:07 VERSCHIEDENES

Global Greening: Die Erde wird grüner

Teaserbild-Quelle: NASA Earth Observatory, Michala Garrison, mit Landsat data vom U.S. Geological Survey

Die Erde wird grüner, die Vegetation nimmt weltweit gesehen zu. Das Phänomen des «Global Greening» ein bislang wenig bekannter Aspekt des globalen Wandels. Bemerkenswert daran: Die Entwicklung findet nur auf der Nordhalbkugel statt, wie eine aktuelle Studie eines deutschen Forschungsteams zeigt.

Aletschgletscher aus dem Orbit gesehen, am 6. August 2024

Quelle: NASA Earth Observatory, Michala Garrison, mit Landsat data vom U.S. Geological Survey

Die Welt wird grüner: Der Aletschgletscher im August 2024.

Auslöser für «Global Greening» ist konkret der Anstieg von CO2 in der Atmosphäre, der sich wie Dünger auswirkt und die Photosynthese forciert. Parallel dazu sorgen die wärmeren Temperaturen in vielen Gebieten für länger andauernde Vegetationsperioden. 

Diese Entwicklung lässt sich am sich im Halbjahresrhythmus bewegenden «grünen Schwerpunkt» der Erde ablesen: Er wandert im Rhythmus der Jahreszeiten von seinem nördlichsten Punkt in der Nähe Islands zu seinem südlichsten Punkt vor der Küste Liberia in Westafrika. Bei Island befindet er sich im Juli, bei Liberia, das ebenfalls auf der Nordhalbkugel liegt, im März. Das Besondere daran: Diese grüne Welle verlagert sich stetig in Richtung Nordhalbkugel – während allen Jahreszeiten. Eine gegenläufige Verschiebung auf der Südhalbkugel findet derweil nicht statt. Dies stellte ein Forschungsteam um Miguel Mahecha vom Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aufgrund von Vermessungen über mehrere Jahrzehnte fest. 

Östliche «Greening Hotspots» in Indien, China und Russland wirken sich auch aus

 «Das hat uns sehr überrascht», sagt Mahecha. «Längere Vegetationsperioden und mildere Winter könnten die Grünphase auf der Nordhalbkugel verlängern und die globale Vegetationsverschiebung nach Norden auch im Süd-Sommer erklären.» Wie er weiter anmerkt, handelt es sich aber hierbei erst um eine Hypothese, die man noch prüfen müsse. -- Neben der Verschiebung nach Norden registrierten die Mahecha und seine Kollegen übrigens auch eine deutliche Verschiebung gen Osten: Sie vermuten, dass östliche «Greening Hotspots» wie Indien, China und Russland die Auslöser sind. 

Mit der langfristigen Vermessung der «grünen Welle» lassen sich viele Facetten des globalen Wandels verknüpfen, wie die das Helmholtz-Zentrum in seiner Medienmitteilung schreibt.Etwa Klima-Biosphäre-Wechselwirkungen, Landnutzungsänderungen, Branddynamiken, Dürren oder die Migration von Tieren. Die neue Methode helfe zu verstehen, wie sich das Leben auf dem Planeten in einer wärmer werdenden Welt neu organisiert. (mai/mgt)

Aletschgletscher aus dem Orbit, am 2. September 1984

Quelle: NASA Earth Observatory, Michala Garrison, mit Landsat Daten des U.S. Geological Survey

Mehr Weiss und weniger Grün: Der Aletschgletscher im September 1984.

Internettipp: Geröll und bald grün anstelle von Gletschereis?

Wer wissen will, wie sich Gletscher im Laufe der letzten Jahre verändert haben, findet auf www.gletschervergleiche.ch eindrückliche Aufnahmen, oder vielmehr Vorher- und Nachher-Vergleiche, zum Teil in Form von interaktiven Panoramafotos, auch vom Griesgletscher. Aktuell sind 62 Gletscher porträtiert, mehrheitlich aus den Kantonen Bern und Wallis. Ergänzend zum Bildmaterial finden sich unter der Rubrik «Stories» aktuelle Beobachtungen.

Hinter dem Webauftritt stehen die Naturfotografen Daniela und Simon Oberli, sie haben sowohl die Panoramabilder als auch das entsprechende Programm dazu selber erstellt. (mai)


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