14:08 VERSCHIEDENES

Bauen mit Lehm: Traditioneller Baustoff erlebt eine Renaissance

Geschrieben von: Claudia Bertoldi (cb)
Teaser-Quelle: Edward Birch

Mit Lehm wurde bereits vor Jahrtausenden gebaut. Architektonische Zeitzeugen aus dem ökologischen Material sind rund um den Globus zu finden. Dennoch gerieten Lehm und die verwendeten Bautechniken in Europa fast in Vergessenheit. Der Architekt Jean Dethier gibt in seinem Kompendium einen umfassenden Überblick von der Antike bis heute.

Lehmbau 2

Quelle: Trevor H. J. Marchand

In der Region Hadramaut im Osten von Jemen liegt Schibam. Wegen der einzigartigen Altstadt mit mehrstöckigen Wohnhäusern aus Lehmziegeln gehört die Stadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Lehm ist ein altvertrautes Baumaterial, das sozusagen zu unseren Füssen liegt. Er ist einer der einfachsten, ökologischsten und in grossen Mengen vorkommender Baustoff, der weltweit zur Verfügung steht. Seit der Antike nutzten die Menschen die unter dem fruchtbaren Mutterboden liegende Lehmschicht, um ihre Behausungen und Nutzgebäude zu errichten. Von der kleinsten Hütte bis zu prachtvollen Palästen oder Sakralbauten wurden Gebäude häufig aus Lehm erbaut.

Die Lehmbauweise ist durch eine enorme Vielfalt geprägt, der teilweise eine ausserordentliche konzeptuelle Qualität zugrunde liegt. Viele dieser aussergewöhnlichen Bauten stellen immer noch ein fast unbekanntes Kunst- und Kulturerbe der Menschheit dar, befinden sie sich doch oft an Orten, wo der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat.

Licht ins Dunkel bringt nun der belgische Architekt und Autor Jean Dethier. In seinem über 500 Seiten umfassenden Buch liefert er einen detaillierten Überblick über die Lehmbaustrukturen von den Anfängen bis zur Gegenwart und beleuchtet aus technischer, kultureller und historischer Sicht die enorme Vielfalt dieser traditionellen Bauweise. 

Jahrzehntelange Forschung

Die Publikation gründet auf 50 Jahren intensiver Recherche sowie 20 Jahren Planung. Beispiele aus etwa hundert Ländern auf fünf Kontinenten sind erfasst. Unterstützt wurde er zudem von Fachautoren und Experten wie Francis Kéré, Martin Rauch, Anna Heringer oder Dominique Gauzin-Müller, die Texte zu zeitgenössischen Möglichkeiten und Perspektiven des Lehmbaus beisteuerten.

Mehr als 600 Fotos, rund 100 Zeichnungen und Pläne ermöglichen einen Einblick in das handwerkliche Können und künstlerische Schaffen vergangener Kulturen, die technischen Entwicklungen sowie in das gegenwärtige Bauschaffen. 

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