12:08 VERSCHIEDENES

Ausflugstipp: «Qualm» gestaltete Appenzells Zentrum

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: Norbert Aepli, Switzerland, wikimedia CC BY 3.0

Mit seinen Malereien hat er das farbenprächtige Ortsbild von Appenzell geprägt: Der im solothurnischen Staad geborene Johannes Hugentobler war Maler, Raumgestalter, Designer und Kirchenarchitekt. Das Museum Appenzell widmet dem Künstler nun eine Ausstellung.

Während seiner Lebenszeit von 1897 bis 1955 schmückte er zahlreiche Häuser, Kirchen und Kapellen mit seinen Kreationen, die auch heute noch zu sehen sind. Seine allererste Fassadenmalerei schuf er für das Haus der LöwenDrogerie im Zentrum Appenzells. Hugentobler hat seine Fassade um 1931 mit Darstellungen von Heilkräutern und einem Sinnspruch versehen. Das Werk fand Anklang bei weiteren Hauseigentümern, die sich daraufhin entschieden, ihre Gebäude ebenfalls künstlerisch verschönern zu lassen. So hat Hugentobler innerhalb weniger Jahre überall mit intensiven Farben und Ornamenten seine Spuren hinterlassen und dabei Appenzells Zentrum umgestaltet. Aber sein Metier beschränkte sich nicht nur auf die Fassadenmalerei: Nachdem er die Kunstgewerbeschule St.Gallen Ende der 20er-Jahreabsolviert hatte, liess er sich in Appenzell nieder und schuf die monumentale Figur des heiligen Mauritius, die sich an der Südwand des Turms der Pfarrkirche Appenzell befindet. Später übernahm er die Planung und künstlerische Ausstattung verschiedener Kirchen und Kapellen im Halbkanton.

Das Museum Appenzell widmet dem Künstler nun eine Ausstellung: Noch bis zum 17. Februar 2019 präsentiert sie all die Häuser, Kirchen und Kapellen, die Hugentobler mit seinen Motiven geschmückt hat. Daneben sind Skizzen, Pläne und Entwürfe für die künstlerische Gestaltung sakraler Bauten zu sehen. Aber auch einige farbenfrohe Landschafts-, Tafel- sowie Blumenbilder sind ausgestellt. Denn Hugentobler war auch als Maler, Zeichner und Glaskünstler tätig. Möglich geworden ist die umfassende Ausstellung durch den riesigen Nachlass des Künstlers, der im Museum Appenzell aufbewahrt wird. Zusätzlich hat Hugentoblers gleichnamiger Enkel eine informative Website eingerichtet, welche die Werke seines Grossvaters zeigt: www.qualm.ai. Der spezielle Name der Homepage kommt nicht von ungefähr. Hugentobler wurde seit Studententagen «Qualm» genannt.

Weitere Informationen: www.qualm.ai / www.museum.ai.ch

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