15:07 MANAGEMENT

Personalführung: Planung ist nichts, Vorbereitung alles

Teaserbild-Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

Ohne Dynamik und Auseinandersetzungen im Team entstehen keine kreativen Lösungen. Denn zu viel hierarchische Ordnung und Kontrolle führen bereits mittelfristig zum Stillstand. Dies gilt insbesondere auch für Firmen und Projektteams der Baubranche.

VonChristian Winet*

Planungsgläubigkeit, Budgetierung und Macht des Controllings führen oft in eine Starre, welche die Entwicklung unterdrückt. Soll die Baubranche gestärkt aus dem jetzigen Corona-Gewitter hervorgehen, so muss sie sich auf die ganze Führungspalette besinnen. Die drei Arten von Leadership, die uns dafür zur Verfügung stehen sind:

  • Compliance-Führung = Führung überPosition und Macht
  • Einfluss-Führung = Führung überBeziehungen und Vernetzung
  • Reputations-Führung = Führen überKönnerschaft

Im Moment beherrscht die Compliance-Führung nicht nur die Baubranche. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von einer klassischen Planung und von Koordination und Kontrolle durch Projektleitungen. Bei Neubauprojekten, bei denen von Anfang an klar ist, wie das Resultat am Schluss daherkommen soll, mag dies noch zielführend sein.

Teamwork ist gefragt

Sobald jedoch Faktoren ins Spiel kommen, die nicht absehbar sind, wird dieses Modell schnell problematisch. Wer zum Beispiel Umbauprojekte realisiert, der weiss, dass Planung allein nicht ausreicht, weil Unvorhergesehenes sie immer wieder durchkreuzt. Der Planungsprozess muss hier als Vorbereitung für die Ausführung verstanden werden. Es geht nicht nur darum, das exakte Vorgehen und die Lösungen festzuhalten. Wichtiger ist die gemeinsame Auseinandersetzung aller am Umbau Beteiligten mit dem Gebäude, den Bedürfnissen der Nutzer und den Ansprüchen der Bauherrschaft. Sie sollten alle Möglichkeiten durchdenken, damit sie während der Ausführung situativ die richtigen Massnahmen im Gesamtkontext veranlassen können. Dies ist Führen durch Könnerschaft, und hängt direkt davon ab, ob die Beteiligten die Chance gehabt haben, sich umfassend ins Projekt hineinzudenken und einzubringen. Denn nur so werden sie zu Könnern.

Für Führungspersonen bedeutet es ein vermeintlicher Machtverlust, wenn sie ihre Mitarbeitenden zu Könnern machen und das Vernetzen, das Bilden von Beziehungen und das Übernehmen von Verantwortung zulassen. Doch insbesondere, wenn dezentral, respektive ortsunabhängig gearbeitet wird, ist Führen über Vernetzung und Könnerschaft der Schlüssel, um wertschöpfend erfolgreich zu arbeiten. Das gilt für Bauleiter, die etwa im ländlichen Burma oft mehrere Tagesreisen von der Baustelle entfernt arbeiten, aber auch für die Zeichnerin, die hierzulande im Home-Office arbeitet. Wenn in diesen Konstellationen über die formelle Struktur gearbeitet wird, decken die Abläufe alle mit Onlinebesprechungen, Formularen, Rapporten und E-Mails ein, sodass sie gar nicht mehr zum Arbeiten kommen.

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