11:11 KOMMUNAL

Video zum Wochenende: Wenn die New York Subway digital wird

Teaserbild-Quelle: Asael Pena, Unsplash

Die Karte vom Streckennetz der New York Subway – oder vielmehr der MTA New York City Subway – ist heute digital. Sie zeigt in Echtzeit an, wie die einzelnen Züge unterwegs sind. Die Köpfe und vor allem die Arbeit dahinter präsentiert das Video zum Wochenende.

1904 donnerte die erste U-Bahn durch News Yorks Untergrund. Heute umfasst die New York Subway 25 Linien, die 472 Bahnhöfe bedienen und auf insgesamt über 1355 Kilometern Gleis unterwegs sind.

Beinahe so legendär wie die Subway selbst dürfte wohl auch die Karte des Streckennetzes sein: ein buntes Geäst aus Adern, das sich  von Manhattan über Queens, die Bronx und Brooklyn zieht.

Mittlerweile gibt es die Karte auch digital, inklusive Echtzeit-Informationen: Wer im Big Apple von A nach B muss, erfährt dank ihr, wo seine Linie aktuell unterwegs ist und wie lange man noch warten muss. Zudem gibt die Karte auch über Verspätungen Auskunft, informiert über ausfallende Züge und weiss, wann Bauarbeiten den Betrieb beeinträchtigen.

Meilenstein in der Geschichte der New York Subway

Was braucht es, damit eine solche Karte erstellt werden kann? Wie stellt man die Linien so dar, dass  die Orientierung möglichst leicht fällt? Sollen die Namen angrenzender Strassen bei den Stationen angeben werden und wenn ja welche? Wie muss eine Benutzeroberfläche gestaltet sein, damit sich jeder zurecht und vor allem den Weg findet? Wie wirkt sich solches auf das Design aus? Derartige Fragen beantwortet die Kurzdokumentation „The Map“ (englisch): Filmemacher Gary Hustwit hat dem Team der Digitalagentur "Work & Co", das die digitale Karte erstellt hat,  über die Schulter geschaut.

Mit ihrer digitalen Version dürfte die Karte in ihrer Geschichte einen Meilenstein erreicht haben. Eine besondere Leistung ist dies auch angesichts der Tatsache, dass viele der zum Teil rund hundertjährige Infrastrukturen noch immer in Betrieb sowie viele Bereiche des Metro-Systems noch immer analog und nicht auf die digitale Welt ausgerichtet sind. „Viele unserer Züge stammen aus den 50er-Jahren“, erklärt Sarah Meyer , Chief Customer Officer bei der MTA, im Video.

Geometrie versus Geographie

„Die Erstellung der Karte war eines der kontroversesten Projekte der New Yorker Design-Szene“, sagt Felipe Memoira von Work & Co. Dies, weil ursprünglich drei verschiedene Unternehmen die New York Subway gebaut haben und es damit auch drei unterschiedliche Karten gab.

In den 60er-Jahren wurden die drei Karten zu einer zusammengeführt. Dazu entwarf der Designer Massimo Vignelli eine klare, schematisch anmutende Karte, die bezüglich ihrer Gestaltung der Moderne verpflichtet war. Aber: Die Linienführungen hatten wenig mit dem realen Streckennetz zu tun und sorgten laut Memoria immer wieder für Verwirrung. Sich geographisch zu orientieren war unmöglich.

In der Folge wurde die Karte in den 70er überarbeitet und auf die konkreten Standorte der Haltestellen ausgerichtet. „Die neue Karte war weder so klar noch so ästhetisch wie die alte“, sagt Memoria. Es sei um Geographie versus Geometrie gegangen. „Eine Lösung war damals nicht machbar. Aber sie wurde jetzt möglich.“ (mai)

Subway, New York.

Quelle: Asael Pena, Unsplash

Wer mit der New York Subway unterwegs ist, kann auch eine digitale Karte des U-Bahn-Netzes nutzen.

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