17:06 KOMMUNAL

Emissionen in Städten: Paris, eine Methan-Quelle

Teaserbild-Quelle: Alexander, Unsplash

In Paris wird das Gros des ausgestossenen Methans von Erdgasverteilnetzen und von der Kanalisation ausgelöst. Dies zeigen aktuelle Messungen der American Chemical Society. Die dabei gewonnenen Daten sollen bei der Reduzierung von Methan-Emissionen helfen.

Methanblasen

Quelle: Miriam Jones, US Geological Survey from Reston, VA, USA, Gemeinfrei

Methan kommt auch in der Natur vor: Taut Permafrostboden, verwandelt sich ehemalige Tundra und Wald in einen Thermokarstsee, weil der Boden absinkt. Dabei wird der bisher gefrorene, im Boden gespeicherte Kohlenstoff von den Mikroben verzehrt und schliesslich als Methangas freisetzt. Bildet sich auf einem solchen See wie hier in Alaska Eis, sind die Methangasblasen im Eis eingeschlossen.

Grosse Städte stossen grosse Mengen an Methan aus. Verursacht werden diese hauptsächlich von Heizsystemen, Mülldeponien, Kanalisationen und vom Strassenverkehr. Damit die schädlichen Emissionen reduziert werden können, muss allerdings bekannt sein, wo sie konkret ausgestossen werden. Dies gilt auch für Paris, wo man derartige Abgase reduzieren will.

Bevor jedoch entsprechende Massnahmen geplant und ergriffen werden können, müssen die Methanlecks kartiert und quantifiziert werden. Dazu haben Sara Defratyka und ihr Team von American Chemical Society überall in der Stadt auf Strassenebene mittels an Fahrzeugen oder am Fuss befestigten Geräten Messungen vorgenommen.

Jährlich rund 190 Tonnen Methangas

Auf diese Weise konnten 90 potenzielle Methanquellen festgestellt und 27 davon identifiziert werden: 63 Prozent aus Erdgasverteilungsnetzen, 33 Prozent wurden vom Abwasser verursacht und 4 Prozent gehen zu Lasten von Heizungen.

Basierend auf diesen Daten nehmen Defratyka und ihre Kollegen an, dass Paris pro Jahr etwa 190 Tonnen Methangas ausstösst. Die tatsächliche Zahl sei wahrscheinlich höher, wird das Wissenschaftsteam in der Medienmitteilung der American Chemical Society zitiert. Dies, weil nicht alle Strassen erfasst worden seien und weil die Messmethode die mobilen Quellen aus dem Strassenverkehr  – respektive die Fahrzeuge – nicht erfasse. (mai/mgt)

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Quelle: Alexander, Unsplash

In Paris soll der Methanausstoss verringert werden.

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