14:50 VERSCHIEDENES

Studie belegt erstmals: Erderwärmung beschleunigt sich

Teaserbild-Quelle: www.placefortour.com

Eine Studie zweier Experten für Klimafolgenforschung ergab: Die Erderwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt.


Ein Grüner Fleck mitten in der Wüste: Die Crescent Spring (www.placefortour.com)

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Die Klimaerwärmung, und damit das Vorrücken von Wüsten, hat sich seit 2015 klar beschleunigt.

Ein US-amerikanischer und ein Deutscher Forscher haben den Verlauf der Erderwärmung seit 1970 untersucht. Um diese Erwärmung exakt zu bestimmen, haben Statistiker Grant Foster und Stefan Rahmstorf, Experte für Klimafolgenforschung am Potsdam-Institut, temporäre Einflüsse wie etwa durch Vulkanismus, Sonnenzyklen oder das Klimaphänomen El Niño herausgerechnet.

Das Ergebnis: Die Erderwärmung hat sich seit etwa 2015 deutlich beschleunigt. Während die globale Temperatur von 1970 bis 2015 um durchschnittlich 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt gestiegen sind, waren es in der Dekade danach etwa 0,35 Grad. Dies schreiben die beiden Autoren im Fachjournal «Geophysical Research Letters».


solare zyklen NASA

Quelle: NASA

Auch die Sonnenzyklen haben einen Einfluss auf die Erderwärmung, die von der von Menschen verursachten klar abgegrenzt werden muss.

Temporäre Einflüsse herausgerechnet

Hintergrund: Dass die Erde sich erwärmt, steht ausser Zweifel. Gerade die Jahre 2023 und vor allem 2024 waren die bislang wärmsten seit Beginn der Messungen. Doch die Temperatur unterliegt auch natürlichen Schwankungen, etwa durch das Wetterphänomen El Niño, Vulkanausbrüchen und solaren Zyklen. Deshalb war bislang unklar, ob sich die Erwärmung beschleunigt hat.

Wenn man solche temporären Einflüsse von herausrechnet, liegt die Erderwärmung von 1970 bis 2015 wie genannt bei durchschnittlich 0,2 Grad pro Jahrzehnt. In der Dekade seit 2015 waren es aber 0,35 Grad. «Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen», betont Co-Autor Foster. «Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige 'Rauschen' geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.»


Vulkan auf Hawaii

Quelle: doctor-, Pixabay

Auch die vulkanische Aktivität hat aufs Klima einen Einfluss, den die Studie rechnerisch berücksichtigt hat.

Lob vom Experten

Auf die Ursachen der Beschleunigung geht die Studie nicht ein. Doch wenn sich dieser Trend fortsetzt, würde das im Pariser Klimaabkommen anvisierte Ziel, den Anstieg der Erderwärmung seit der vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, voraussichtlich 2028 oder 2029 erreicht. «Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO2-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren«, sagt Rahmstorf. 

Der Klimaexperte Helge Gössling vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven (D) hält den Ansatz der Studie für angemessen. «Die Methode ist aus meiner Sicht sinnvoll, um natürliche Schwankungen des Temperaturanstiegs herauszurechnen und zu robusteren Aussagen zu kommen.» Die Auswirkungen von Sonnenzyklen, El-Niño-Phasen und Vulkanismus würden seit vielen Jahrzehnten beobachtet, so dass man diese Faktoren recht gut einschätzen könne. Deshalb sein Fazit: «Der globale Temperaturanstieg hat sich tatsächlich sehr wahrscheinlich beschleunigt. Das würde ich unterschreiben.» (SDA/bk)


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