Durchschlag des Tunnels Kaiserstuhl
Rund zwei Jahre nach Baubeginn haben die Mineure am Donnerstagmorgen den Durchschlag im Tunnel Kaiserstuhl gefeiert. Damit sind die Vortriebsarbeiten für das 2,1 Kilometer lange, rund 268 Millionen Franken teure Bauwerk abgeschlossen.
Quelle: Kanton Obwalden
Hier war der Vortrieb noch im Gange: Von Süden her mussten rund 200 Meter im Lockergestein ausgebrochen werden.
Der Durchschlag erfolgte um 11 Uhr, heisst es in einer Mitteilung des Obwaldner Tiefbauamts von Donnerstag. Damit sei ein zentraler Meilenstein beim Bau der neuen Nationalstrasse zwischen Giswil und Lungern erreicht. Im Mittelpunkt standen die Mineure, die sich während rund zwei Jahren durch den Berg gearbeitet haben.
Lockergestein mit Jetting-Säulen verfestigt
Aufgrund eines Gefälles von 6,5 Prozent und enger Radien war der Tunnel für den Einsatz einer Tunnelbohrmaschine ungeeignet und wurde deshalb grossmehrheitlich gesprengt.
Die Vortriebsarbeiten von Norden her starteten im Juli 2024. Der Tunnel wurde im Sprengvortrieb mit Abschlaglängen von bis zu vier Metern vorangetrieben. Auf rund zwei Dritteln der Strecke habe sich der Berg als «gutmütig» erwiesen, wodurch pro Woche konstant rund 30 Meter Vortrieb erreicht werden konnte. Auf dem letzten Drittel erschwerten die Schichtung des Kieselkalks und Wassereintritte die Arbeiten.
Von Süden her mussten rund 200 Meter im Lockergestein ausgebrochen werden. Durch die Erkenntnisse aus dem Erkundungsstollen sei das Vortriebsverfahren angepasst worden: Das Lockergestein wurde vorgängig mit Jetting-Säulen verfestigt – dabei werden Zement und Lockergestein miteinander vermischt. Die Säulen bildeten im Gewölbe des Tunnels einen Schirm für den sicheren Ausbruch. Der anspruchsvolle Abschnitt konnte im Frühjahr 2026 ohne grössere Schwierigkeiten abgeschlossen werden.
Eröffnung im Dezember 2029 geplant
Mit dem Neubau der A8 zwischen dem Tunnel Giswil und dem Tunnel Lungern wird der letzte Abschnitt der Nationalstrasse zwischen Lopper und Lungern fertiggestellt und eine neue vor Naturgefahren geschützte Verkehrsverbindung geschaffen. Im Norden und Süden des Tunnels Kaiserstuhl entstehen zudem Anschlüsse an die Nationalstrasse.
Die Umfahrungen von Lungern und Giswil waren bereits 2012 beziehungsweise 2004 eröffnet worden. Die bisherige Brünigstrasse zwischen Lungern und Giswil war in der Vergangenheit wiederholt durch Naturereignisse unterbrochen: 1986 forderte ein Bergsturz zwei Todesopfer, 1999 verschüttete eine Lawine die Verbindung, und in den Jahren 2005, 2007 und 2011 gelangten nach Hochwassern Schuttmassen auf die Strasse. Zudem kommt es auf der kurvenreichen Strecke immer wieder zu schweren Unfällen.
Mit dem heutigen Durchschlag sei nun ein zentraler Meilenstein im Projekt erreicht, heisst es. Die Arbeiten am Tunnel und am gesamten Abschnitt werden nun weitergeführt. Die Eröffnung des neuen Nationalstrassenabschnitts ist für Dezember 2029 geplant. (sda/mgt/pb)