15:07 BAUPROJEKTE

Neuer Stadtteil St. Fiden in St. Gallen nur teilweise realisierbar

Teaserbild-Quelle: Google Maps

In der Stadt St. Gallen sind die Realisierungschancen für einen neuen Stadtteil in St. Fiden abgeklärt worden. Dafür bräuchte es eine Überdeckung der Gleisanlagen. Das Fazit fiel positiv aus. Weil aber die SBB nicht mitmacht, ist nur noch ein Teil des Projekts möglich.

Stadtquartier St. Fiden in St Gallen

Quelle: Google Maps

Das Stadtquartier St. Fiden: Das Areal rund um den dortigen Güterbahnhof gehört zu den wichtigsten Entwicklungsgebieten in St. Gallen.

Das St. Galler Stadtquartier St. Fiden wird durch die Stadtautobahn und durch die Gleisanlagen der SBB durchschnitten. Das Areal rund um den dortigen Güterbahnhof gehört aber zu den wichtigsten Entwicklungsgebieten. Bereits mehrmals gab es Abklärungen, ob durch eine Abdeckung der Gleise nicht eine grössere Überbauung – ein neuer Stadtteil – realisierbar wäre. 

2019 hatte eine erste Analyse gezeigt, dass das Vorhaben technisch machbar ist. Allerdings gab es Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Der Stadtrat wollte die Idee trotzdem weiterverfolgen und schlug eine vertiefte Machbarkeitsstudie vor. Die Bedingung: Private sollten sich beteiligen. 

Bis zu 300 Millionen für Gleis-Überdeckung

Die Studie – deren Ergebnis nun am Donnerstag vorgestellt wurde – wurde neben der Stadt durch eine Investorengruppe mitfinanziert. Dabei sind die St. Galler Kantonalbank, die Helvetia Versicherungen und drei Immobilienentwickler. Klauspeter Nüesch von der beteiligten Nüesch Development AG vertrat diese Gruppe an der Medienorientierung. 

Der Bau eines neuen Stadtteils auf einer Fläche von 70'000 Quadratmetern wurde samt einer Überdeckung der Gleisanlagen durchgerechnet. Weitere Faktoren waren die Baudichte, die Anpassungen der Bahnanlagen oder die ingenieurtechnischen Probleme, zu denen es wegen des «Olmadeckels» bereits viel Erfahrung gebe. 

Weiter wurde kalkuliert, wie sich die Überbauung auf die Stadt auswirken würde: Es gebe höhere Steuereinnahmen, aber es müssten beispielsweise neue Kindergärten gebaut werden. Rund 26 Millionen Franken würde der Planungsaufwand betragen. Für die Überdeckung müsste mit 250 bis 300 Millionen Franken gerechnet werden. All diese Ausgaben gingen zulasten der Investoren.  

Visualisierung Machbarkeitsstudie Stadtteil St. Fiden in St. Gallen

Quelle: KCAP

Visualisierung einer Überdeckung der Gleisanlagen im Stadtquartier St. Fiden.

SBB beteiligt sich nicht mehr an Projekt 

Das Projekt wäre laut der Studie realisierbar. Doch dazu wird es nicht kommen. Der Grund: Die SBB hat mittlerweile entschieden, dass sie sich nicht weiter beteiligt und dass ihre Grundstücke für das Vorhaben nicht zur Verfügung stehen. Damit fällt etwa ein Viertel der möglichen Fläche weg. 

«Die Option einer Gesamtüberbauung kann nicht weiterverfolgt werden», stellte Bauchef Markus Buschor (parteilos) klar. Trotzdem wird die Idee aber nicht beerdigt. «Wir stehen nicht mit leeren Händen da», sagte er. Der Stadtrat sei bereit, das Projekt weiterzuverfolgen, auch wenn die ganz grosse Vision nun nicht möglich sei. 

Für die Investorengruppe wäre auch ein Teilprojekt interessant, wenn es nicht bloss um eine Überbauung gehe, sondern weiterhin um einen neuen Stadtteil, betonte Nüesch. 

Gespräche mit der SBB 

Die nächsten Schritte sind nun im Herbst 2022 Gespräche mit der SBB, die zugesichert habe, zumindest eine Teilabdeckung über den Abstellgleisen zu unterstützen. Danach wird die Überbauung anhand der bisherigen Grundlagen neu konzipiert. Es braucht auch noch einen Entscheid der Investorengruppe. 

Geht es weiter, ist ein Mitwirkungsverfahren angekündigt. Das Quartier solle einbezogen werden. Benötigt wird unter anderem ein Entscheid des Stadtparlaments, den Boden im Baurecht abzugeben. (sda/pb)


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