12:10 BAUBRANCHE

Wallis: Klimaneutral bis 2050

Teaserbild-Quelle: Compagnie Industrielle de Monthey CIMO

Der Kanton Wallis präsentiert seine allererste kantonale Strategie zur langfristigen Bewältigung von Klimarisiken vorgestellt. Der Kanton will demnach bis 2050 die Klimaneutralität erreichen.

Bauregion Wallis - Solaranlage Monthey

Quelle: Compagnie Industrielle de Monthey CIMO

Solaranlage in Monthey: Der Kanton Wallis präsentiert seine allererste Klimastrategie.

Die Walliser Finanz- und Energiedirektorin Franziska Biner stellt die erste kantonale Klimastrategie vor, die als Fernziel bis 2050 die Klimaneutralität anstrebt. Die Strategie auf drei Säulen: Prävention, Antizipation und Wiederherstellung nach Extremereignissen. Biner betont bei der Präsentation, dass ihr Kanton zwar seit jeher mit klimatischen Risiken lebt, extreme Wetterereignisse jedoch deutlich zugenommen hätten. Bislang habe der Kanton weder über eine Klimastrategie noch über ein Klimagesetz verfügt.

Zur Finanzierung will der Kanton ab 2027 rund 0,5 Prozent des Jahresbudgets - etwa 22,5 Millionen Franken - zusätzlich in Präventions- und Anpassungsmassnahmen investieren. Die Strategie zielt unter anderem darauf ab, Treibhausgasemissionen zu senken und sich den Klimazielen des Bundes anzunähern.

Blick auf einen Walliser Gletscher

Quelle: CoreForce/flickr/CC

Walliser Gletscherlandschaft: Der Kanton lebt zwar seit jeher mit klimatischen Risiken, extreme Wetterereignisse haben jedoch deutlich zugenommen.

Risiken besser antizipieren

Gleichzeitig sollen bestehende Risiken besser antizipiert werden - durch den Schutz von Bevölkerung, Sachwerten und Umwelt sowie durch Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel. Im Ereignisfall steht die rasche Wiederherstellung von Infrastrukturen und Dienstleistungen im Vordergrund.

Umgesetzt wird die Strategie in acht Bereichen, darunter Raumplanung und Mobilität, Naturgefahren, Wasserbewirtschaftung, Gesundheit, Ökosysteme, Wirtschaft, Landwirtschaft sowie Gebäude. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der sanften Mobilität, eine verstärkte Überwachung von Naturgefahren, mehr Biodiversitätsflächen, Massnahmen zur Hitzeminderung sowie die Unterstützung von Unternehmen bei Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit.

Überbauung «Coeur de cité» Martigny

Quelle: Raumgleiter AG

Handlungsbedarf: In städtischen Gebieten der Talebene könnten die Temperature in den kommenden Jahrzehnten auf über 45 Grad steigen.

Klimaneutralität bis 2050

Der Kanton sieht sich dank hoher Sonneneinstrahlung, Wasserkraft und eines starken Forschungs- und Innovationsumfelds gut aufgestellt. Dennoch lagen die Treibhausgasemissionen 2023 mit 14,6 Tonnen CO2 pro Kopf über dem Landesdurchschnitt. Bis 2050 strebt das Wallis Klimaneutralität an.

Erstmals erstellte Klimakarten zeigen zudem eine zunehmende Hitzebelastung: Ohne Gegenmassnahmen könnten die gefühlten Temperaturen in städtischen Gebieten der Talebene in den kommenden Jahrzehnten auf über 45 Grad steigen. (SDA/bk)

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