10:50 BAUPROJEKTE

Kunstmuseum Bern: Referendum gegen Sanierung kommt zustande

Teaserbild-Quelle: Schmidlin Architekten

Die Stimmberechtigten des Kantons Bern können voraussichtlich über den Projektierungskredit für die Sanierung des Kunstmuseums abstimmen. Ein Komitee hat die für eine Volksabstimmung nötigen 10'000 Unterschriften gesammelt.

Erweiterung vom Waisenhausplatz her gesehen. (Visualisierung)

Quelle: Schmidlin Architekten

So soll die neue Erweiterung, die den Atelier-5-Bau ersetzt, aussehen. Blick vom Waisenhausplatz auf den geplanten Neubau.

Das von der SVP, der EDU und der GLP getragene Referendumskomitee «NEIN zum Millionen-Luxusprojekt Eiger» teilte am Montag mit, es seien deutlich mehr als die erforderlichen Stimmen zusammengekommen. Derzeit laufe noch der Beglaubigungsprozess in den Gemeinden.

Das Komitee ist nach eigenen Angaben nicht gegen eine Sanierung des Kunstmuseums, sondern gegen das geplante Projekt Eiger. Dieses gehe deutlich über den Sanierungsbedarf hinaus, teilte es mit.

Das Siegerprojekt «Eiger» aus der Feder der Schmidlin Architekten aus Zürich beinhaltet die Sanierung des historischen Stettlerbaus und die Erstellung eines Ersatzneubaus für den Atelier-5-Bau sowie die Sanierung des Gebäudes an der Hodlerstrasse 6.

Kanton vor «grossen finanziellen Herausforderungen»

Besonders stossend empfindet das Komitee laut Mitteilung, dass der Kanton Bern «den Löwenanteil» der Kosten tragen soll, während sich die Stadt Bern finanziell nicht am Ersatzneubau beteilige.

Komplexe Bauprojekte – wie hier am Aarehang – würden erhebliche Risiken bergen, bringt das Komitee weiter vor. So ging beispielsweise Ende der Nullerjahre der Bau des neuen Bärenparks in Bern wegen des schwierigen geologischen Untergrunds am Aarehang ins gute Tuch.

Beim Projekt für das Kunstmuseum fehle trotz der hohen Investitionssumme ein klarer Plan, wer für die Mehrkosten aufkomme, falls die veranschlagten 147 Millionen Franken nicht reichten, heisst es in der Mitteilung des Komitees weiter.

Der Kanton stehe vor grossen finanziellen Herausforderungen. Es stünden etwa Schulhaussanierungen an und in verschiedenen Regionen sei bei der Spitalversorgung abgebaut worden.

Für und Wider im Grossen Rat

Der Grosse Rat hatte im September 2025 für die Projektierung des Vorhabens 15,7 Millionen Franken klar mit 91 zu 44 Stimmen bei 16 Enthaltungen genehmigt.

In der langen Ratsdebatte argumentierten die Befürworter des Projekts, dass der Kanton in der Pflicht stehe, seine Liegenschaften nicht verrotten zu lassen. Das Kunstmuseum sei energietechnisch veraltet und auch nicht erdbebensicher. Eine reine Sanierung wäre zu kurzfristig und würde etwa Probleme wie die Barrierefreiheit nicht lösen.

Gegner kritisierten unter anderem die Dimension des Vorhabens. «Wir finanzieren ein grosses Stadion, das kaum ausverkauft sein wird», sagte SVP-Grossrat Reto Zbinden und zog damit einen Vergleich zum Sport. Auch wurde Skepsis laut, dass die Kostenlimite nicht wirklich wirksam sein könnte.

Von den Gesamtkosten von 147 Millionen Franken – inklusive Teuerung – übernehmen Private, Stiftungen, die Wirtschaft und der Lotteriefonds 40 Prozent. In diesen Geldern enthalten sind unter anderem auch 30 Millionen Franken von Mäzen Hansjörg Wyss und fünf Millionen Franken der Bernburger. Für die ordentlichen Staatsmittel von 81 Millionen Franken gibt es ein Kostendach. (sda/pb)


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