15:12 BAUPROJEKTE

Kraftwerk Waldemme in Flühli: Baustart erfolgt im Frühjahr 2022

Teaserbild-Quelle: zvg, CKW

Die Bauarbeiten für das Kraftwerk Waldemme in der Gemeinde Flühli LU starten im Frühjahr 2022. Der Verwaltungsrat der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) hat den Baukredit bewilligt, wie diese am Donnerstag mitteilten. Der Betrieb soll 2023 aufgenommen werden. 

Visualisierung Kraftwerkszentrale Kraftwerk Waldemme Flühli

Quelle: zvg, CKW

Visualisierung der Kraftwerkszentrale, die unterhalb der Chrutacherbrücke in Flühli entstehen soll. Ab hier wird das entnommene Wasser dereinst zurück in die Waldemme und durch die Lammschlucht geführt.

Das grösste Wasserkraftprojekt im Kanton Luzern könne damit realisiert werden, wie die CKW mitteilte. Der Luzerner Regierungsrat hatte der Kraftwerksbetreiberin im Oktober eine Konzession für die Dauer von 80 Jahren für die Nutzung der Wasserkraft der Waldemme erteilt und die gegen das Projekt eingereichte Einsprache abgewiesen. Letztere war im Mai 2021 von den Umweltverbänden Aqua Viva, Pro Natura, WWF und dem Fischereiverband Luzern eingereicht worden.

Nun habe auch der Verwaltungsrat der CKW dem Projekt grünes Licht erteilt und den Baukredit von rund 12,4 Millionen Franken bewilligt, hiess es in der Mitteilung. Mit der Investition leiste man einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele im Kanton Luzern. Mit dem Projekt wird auch ein stark verbauter Abschnitt der Waldemme auf einer Distanz von fast zwei Kilometern wieder fischgängig gemacht. Damit liefere das Kraftwerk nicht nur dringend benötigte Energie, sondern werte auch den Fluss ökologisch auf. 

Bauarbeiten starten im Frühjahr 2022 

Man sei froh, dass die Umweltverbände auf einen Weiterzug ihrer Einsprache verzichtet und damit den Baustart für das Projekt ermöglicht hätten, so der CKW-CEO Martin Schwab im Communiqué. Die Bauarbeiten für das Kraftwerk sollen im Frühjahr 2022 starten. Die Wasserfassung entsteht beim Weiler Matzenbach in Flühli. Ab diesem Standort wird gemäss Mitteilung ein Teil des Wassers der Waldemme in einer 2,1 Kilometer langen, erdverlegten Druckleitung zur Kraftwerkszentrale geführt. 

Die Kraftwerkzentrale wird direkt vor der Lammschlucht bei der Chrutacherbrücke zu liegen kommen. Unmittelbar danach wird das Wasser wieder dem natürlichen Lauf der Waldemme zugeführt und fliesst durch die Lammschlucht. Das Kraftwerk weist gemäss der CKW eine Leistung von 1,4 Megawatt auf und produziert durchschnittlich 6,5 GWh Strom. Ab Mitte 2023 könnte damit Strom erzeugt werden, der den Jahresbedarf von rund 1'500 durchschnittlichen Vierpersonen-Haushalten deckt. 

CKW: Verfahren dauern viel zu lange

«Wir würden gerne deutlich schneller vorwärtsgehen und mehr Projekte realisieren», hält Martin Schwab in der Mitteilung fest. Aber die Verfahren würden viel zu lange dauern und die Widerstände seien oft gross. Die Schweiz brauche dringend schnellere Verfahren und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien, heisst es weiter. 

Denn bereits heute produziere die Schweiz im Winter deutlich weniger Strom als sie verbrauche. Diese Winterlücke wird sich laut CKW in Zukunft noch vergrössern, wenn die Schweizer Kernkraftwerke abgeschaltet werden. (mgt/pb)

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