18:05 BAUPROJEKTE

Kanton Bern hebt Abbruchbewilligung für Tscharnergut-Gebäude auf

Teaserbild-Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F66-08274 / CC BY-SA 4.0

Bleibt das Tscharnergut wie es ist? Der Kanton Bern hat die Abbruchbewilligung für die arg sanierungsbedürftige Liegenschaft an der Fellerstrasse aufgehoben. Der Erhalt der denkmalgeschützten Grossüberbauung in Bern-Betlehem ist laut Kanton von öffentlichem Interesse.

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Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_F66-08274 / CC BY-SA 4.0

Das Tscharnergut aus der Vogelperspektive im Jahr 1966, kurz nach seiner Fertigstellung.

Für die einen ist die Siedlung ein Architekturjuwel, für die anderen eine Betonwüste: Das  Tscharnergut in Bern-Betlehem polarisierte von Anfang an.

Unabhängig davon hat die Ende der 50er-Jahre und anfang der 60er-Jahre errichtete Siedlung über die Landesgrenzen hinweg Beachtung gefunden. Dies, weil der Komplex aus fünf Hoch- und acht Scheibenhäusern die Idee der Trabantenstadt oder vielmehr einer wirtschaftlich unabhängigen Siedlung verkörperte, wie sie an der Internationalen Bauausstellung von 1957 (IBA 57) geprägt worden ist. Nebst Wohnungen gehörten Kindergärten, eine Schule, Spielplätze und Läden zur Siedlung.

„Tscharni“ längst unter Denkmalschutz

Heute steht das „Tscharni“ längst unter Denkmalschutz. Im ISOS Bümpliz-Bethlehem wird die Überbauung als „ein Pionierwerk des Massenwohnungsbaus in der Schweiz“ gelistet.  

Weil das Wohngebäude an der Fellerstrasse 30 unter Wasserschäden litt und deswegen einzelne Wohnungen nicht mehr bewohnt werden konnten, plante die Genossenschaft Fambau, der einige der Tscharnergut-Immobilien gehören, es durch einen Neubau zu ersetzen. (Mehr dazu im Artikel Berner Heimatschutz will Tscharnergut-Gebäude retten vom August 2020)

Den Ausschlag dürften hierfür die Erfahrungen gegeben haben, die die Genossenschaft zuvor mit einem vergleichbaren Objekt gemacht hatte: Zwar hatte die Fambau für die Sanierung des ebenfalls zum Tscharnergut gehörenden Scheibenhaus an der  Waldmannstrasse 25 von Denkmalschutz- und Architektenkreisen Lob erhalten, aber die Bauarbeiten hatten auch einiges gekostet. Gemäss der Zeitung „Der Bund“ 27 Millionen Franken.

Widerstand gegen Abbruchbewilligung

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