Region Thun prüft zwei Tunnelvarianten für Umfahrung
Das Planungsgremium Entwicklungsraum Thun (ERT) hat am Donnerstag das Projekt «Verkehrszukunft Region Thun» gestartet. Bis 2028 soll geklärt werden, ob der Hübelitunnel oder die Aarequerung Süd als Langzeitoption weiterverfolgt wird.
Quelle: zvg, Entwicklungsraum Thun ERT
Visualisierung zum Hübelitunnel: Bis 2028 soll geklärt werden, ob der Hübelitunnel oder die Aarequerung Süd weiterverfolgt wird.
Eine allfällige Umsetzung eines Tunnels dürfte frühestens im Jahr 2040 erfolgen, wie der ERT in einer Mitteilung schrieb. Die Kosten für ein solches Bauwerk belaufen sich voraussichtlich auf über 500 Millionen Franken. Bund und Kanton verlangen von der Region zudem ein Bekenntnis zu einer der beiden Varianten, bevor weitere Planungsschritte folgen können.
Vorerst kann sich die lokale Bevölkerung vom 22. Oktober bis zum 29. November in einer Umfrage zu den Plänen äussern. Diese Befragung richtet sich laut den Verantwortlichen insbesondere auch an Jugendliche – schliesslich wären «die Nutzniessenden einer Umfahrung die künftigen Generationen», wie es weiter hiess.
Anfang Dezember folgt ein «Echoraum», zu dem etwa Quartiervereine, Interessengruppen und Verbände eingeladen werden. Dort sollen die Kriterien für die spätere Beurteilung der beiden Tunnelvarianten konsolidiert werden. Die vertiefte fachliche Prüfung beginnt gemäss Mitteilung ab Frühling 2027, die Variantenempfehlung an die Behörden ist für Mitte 2028 vorgesehen.
Breiter Konsens für Tunnel nötig
Das aktuelle Projekt baut auf einer Verkehrsstudie aus dem Jahr 2023 auf. Kurzfristige Verkehrsprobleme in der Region sollen mit der bereits beschlossenen «Gesamtverkehrsvariante» für rund 34 Millionen Franken gelöst werden. Diese umfasst unter anderem eine ausgebaute Hangbuslinie, eine zusätzliche Brücke für den Langsamverkehr zwischen Hofstettenstrasse und Bahnhof sowie Verbesserungen beim Verkehrsmanagement.
Falls diese Variante nicht für genügend Entlastung sorgt, soll gemäss Mitteilung eine der beiden Tunnelvarianten weiterverfolgt werden. Klar ist für den ERT: Aufgrund der hohen Kosten wäre für die Realisation eines Tunnels ein breiter Konsens nötig.
Für die planerischen Abklärungen der Tunnelvarianten steht ein Budget von 1,1 Millionen Franken zur Verfügung. Der Kanton Bern übernimmt davon rund 825'000 Franken. Die restlichen 275'000 Franken tragen je zur Hälfte der ERT und die beteiligten Gemeinden Sigriswil, Oberhofen, Hilterfingen, Thun und Steffisburg. (sda/mgt/pb)