Wohnungen im Zürcher Koch-Areal sind nicht rechtzeitig fertig
Die Genossenschaft Kraftwerk1 hat den Einzug ins Zürcher Koch-Areal verschoben. Wegen Lieferverzögerungen warten Mietende bis zu zwölf Wochen auf ihre Wohnungen. Für die Betroffenen sind zahlreiche Angebote für Zwischenlösungen eingegangen.
Quelle: Corinne Pitsch-Obrecht
Aufnahme der Baustelle vom Juli 2025: Im Vordergrund ist die Überbauung von Senn zu sehen, im Hintergrund bei den Kränen die Wohnsiedlung der Genossenschaft Kraftwerk1.
Gravierende Lieferverzögerungen verhindern die termingerechte Fertigstellung der neuen Siedlung auf dem Koch-Areal, wie die Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 am vergangenen Freitag in einer Mitteilung schrieb. Demnach können die behördlichen Vorschriften für den Bezug nicht eingehalten werden, da insbesondere die Treppenhäuser noch nicht fertiggebaut sind.
Eigentlich hätten die ersten Mietparteien bereits Ende Oktober einziehen sollen, doch nun verschieben sich die Bezugstermine um sechs bis zwölf Wochen. Der Einzug war gestaffelt geplant. Voraussichtlich planmässig einziehen können laut der Genossenschaft einzig die Mietenden im Hauseingang 56.
Suche nach Zwischenlösungen
Weil die schlechte Nachricht die Betroffenen sehr kurzfristig erreichte, führt die Genossenschaft nun Gespräche mit den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Im Vordergrund steht die Suche nach temporärem Wohnraum und Lagermöglichkeiten.
Für Ausweichmöglichkeiten greift Kraftwerk1 auch auf das eigene Netzwerk zurück. Die rund 5000 Genossenschaftsmitglieder wurden in der Mitteilung gebeten, freie Plätze zwischen Ende Oktober und Ende Februar 2027 zu melden.
Darauf gingen gemäss einer Mitteilung vom Montag über 80 Angebote ein, darunter freie Wohnungen wegen Ferienabwesenheit und WG-Zimmer. Die Genossenschaft prüft sie derzeit und hat die Liste geschlossen. Dazu kommen rund 50 Wohnungen befreundeter Genossenschaften, die wegen Sanierungs- oder Bauprojekten leer stehen.
Einige Mietende fanden zudem eigene Lösungen: Sie können länger in ihren bisherigen Wohnungen bleiben oder kommen bei Freunden unter. Wer keine Möglichkeit hat, dem will Kraftwerk1 gemäss Mitteilung eine Lösung anbieten. (sda/mgt/pb)