Aus «Weyerli»-Bauteilen wird ein Pavillon unter dem Viadukt Ausserholligen
Das Projekt «Stübli» hat den studentischen Projektwettbewerb für einen Stadtpavillon unter dem Autobahnviadukt Ausserholligen in Bern gewonnen. Dieser soll aus Bauteilen des Hallenbads und der Kunsteisbahn Weyermannshaus gebaut werden.
Quelle: PD
Modellbild: Ausgeschnittene Betonelemente bilden die tragende Struktur des Pavillons während metallene Garderobenschränke als charakteristische Fassadenelemente dienen.
Mit dem Projektwettbewerb, der gemeinsam mit der Berner Fachhochschule (BFH) durchgeführt wurde, sollte aus bestehenden Bauteilen ein öffentlicher Begegnungsort geschaffen werden, heisst es in einer Mitteilung der Stadtberner Präsidialdirektion von Freitag. Architekturstudierende entwarfen im Frühlingssemester 2026 in Zweierteams vierzehn Projekte für den Wettbewerb. Die Materialien dafür stammen aus dem Hallenbad und der Kunsteisbahn, die 2027 zurückgebaut und durch einen Neubau mit Schwimmhalle und Hallen-Eisfeld ersetzt werden.
Beim Siegerprojekt «Stübli» bilden ausgeschnittene Betonelemente die tragende Struktur des Pavillons. Metallene Garderobenschränke dienen als charakteristische Fassadenelemente und erinnern an den Ursprungsort im «Weyerli». Das Dach besteht aus wiederverwendeten Holzlatten, die zu einem Fachwerk ausgebildet und mit Kunststoffrohren bedeckt sind. Der leicht wirkende Pavillon mit offenem Grundriss habe die Jury überzeugt und zeige beispielhaft, wie vorhandene Bauteile neue architektonische Qualitäten entwickeln könnten, heisst es weiter.
Pilotverfahren für zirkuläre Architektur in Wettbewerben
Der Wettbewerb wurde gemäss Mitteilung als Pilotverfahren für «ein modellhaftes Qualitätsverfahren im Bereich des zirkulären und nachhaltigen Bauens» durchgeführt. Anders als bei konventionellen Wettbewerben standen dabei nicht Funktionen und Anforderungen im Zentrum, sondern die verfügbaren Bauteile und ihre Wiederverwendung. Die Ansprüche an die architektonische Qualität blieben unverändert. Die Stadt Bern wollte damit Erfahrungen für künftige Wettbewerbe sammeln und prüfen, inwieweit sich zirkuläre Architektur im Wettbewerbsverfahren ermitteln lässt.
Der Pavillon ist Teil der Entwicklung unter dem Viadukt, wo ein Freiraum entstehen soll, der die umliegenden Quartiere verbindet. Die Pavillonbauten sollen Platz für Gewerbeangebote und Dienstleistungen bieten und flexibel nutzbar sein. Das Siegerprojekt wird nun gemäss den Empfehlungen der Jury weiterentwickelt. Gebaut werden soll der Pavillon 2028 zusammen mit dem Gesamtprojekt «Freiraum unter dem Viadukt». (mgt/pb)
Quelle: PD
Modellbild: Das Dach besteht aus wiederverwendeten Holzlatten, die zu einem Fachwerk ausgebildet und mit Kunststoffrohren bedeckt sind.