Fertigstellung der A9 im Wallis: Finanzielle Risiken beachtlich
In einem gestern Montag veröffentlichten Prüfbericht stellt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) fest, dass die finanziellen Risiken bei der Fertigstellung der Autobahn A9 im Wallis sind hinsichtlich des noch ausstehenden Bauvolumens und der langen Bauzeit nach wie vor beachtlich sind.
Die EFK hat den aktuellen Stand der Fertigstellung der A9 im Oberwallis und in diesem Zusammenhang die Oberaufsicht des Bundesamtes für Strassen (Astra) geprüft und kommt zum Schluss, dass es positive Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen dem Astra und der Dienststelle für Nationalstrassenbau gibt. Wie die EFK schreibt, nimmt das Astra seine Oberaufsicht «engagiert und effizient» wahr. Allerdings sieht sie sowohl in der weiteren Sicherstellung der Oberaufsicht als auch in der Risiko- und Kostenführung noch Handlungsbedarf.
5,15 Milliarden Franken für Strecke zwischen Siders Ost und Visp Ost
Im Wallis realisiert die Dienststelle für Nationalstrassenbau (DNSB) als Vertreterin des Kantons die fehlenden Abschnitte der A9 als Bauherrin. Der Bund trägt 96 Prozent der Kosten. Oberaufsicht und die Steuerung liegt beim Astra. - Für die 31,8 Kilometer lange Strecke zwischen Siders Ost und Visp Ost veranschlagt die DNSB insgesamt 5,15 Milliarden Franken (Stand 2024). Die letzte Teilstrecke Siders-Leuk Ost soll bis 2037 fertiggestellt und ans Astra übergeben werden. Sie ist 8,5 Kilometer lang und kostet 1,477 Milliarden Franken. Laut EFK ist die zukünftige Teuerung nicht in der Kostenplanung enthalten.
Trotz der detaillierten Planung und Vorbereitung ist laut EFK festzuhalten, dass weiterhin grosse Risiken während der Erstellung der letzten Teilstrecke bestehen bleiben. Neben kaum beeinflussbaren Umweltrisiken wie etwa Hochwasser halten auch die lange Laufzeit und das noch zu bewältigende grosse Projektvolumen die Risikoeinschätzungen auf einem erhöhten Niveau.
Verzögerungen beim Teilstück der A9 zwischen Brig und Siders
Gemäss EFK fokussiert sich das Risikomanagement auf die letzte Teilstrecke Pfyn und den Tunnel Riedberg. Wie die EFK festhält bestehen Defizite in diesem Zusammenhang bei der fehlenden finanziellen Bewertung der Risiken sowie beim Reporting: Angaben zum Umsetzungsstand, zur Wirksamkeit und zu monetären Auswirkungen fehlten. Nichtsdestotrotz schätzt sie die geplante Weiterentwicklung hin zu einem zentral gesteuerten Risikomanagement positiv ein und nimmt sie als Verbesserung wahr.
Beim Bau des gut 30 Kilometer langen Teilstücks der A9 zwischen Brig und Siders hat es immer wieder Pannen und Verzögerungen gegeben. Ein Sorgenkind ist der Riedbergtunnel. Und bei der Durchquerung des Pfynwalds brauchte es wegen Einsprachen von Naturschutzorganisationen einen Marschhalt. - 2022 hatte die EFK zudem mögliche Ursachen untersucht, die auf einem Abschnitt der A9 zur Erstellung einer zu geringen Fahrbahnbreite geführt hatten. Die daraufhin ausgesprochene Empfehlung zur Anpassung des Qualitätssicherung an aktuelle digitale Baumethoden ist laut EFK inzwischen umgesetzt. (sda/mai)