Glydways: Neuartiges Verkehrssystem aus selbstfahrenden Kabinen
Weder mit Bus, noch Tram oder Metro sondern mit rollenden Kabine zur Arbeit fahren: In der US-Metropole Atlanta soll dies dereinst möglich werden. Dieser Tage starteten die Bauarbeiten an einer ersten, 800 Meter langen Teilstrecke des neuartigen Glydways-Verkehrssystems. Laut seinen Entwicklern kann es pro Stunde 10'000 Passagiere befördern.
Quelle: Glydways
Die Kabinen sind dicht hintereinander unterwegs. Dafür, dass dies funktioniert, sorgen Sensoren.
«Autonome Fahrzeuge auf offenen Strassen einzusetzen, löst das Problem der Verkehrsüberlastung nicht wirklich», erklärte Mark Seeger, Co-CEO und Gründer von Glydways, dem Unternehmen hinter dem neuartigen ÖV-System. «In vielen Städten verschlimmert es das Problem sogar.» Hier setzt das Glydways-System an: Laut dem Unternehmen kann dieses pro Stunde 10'000 Passagiere befördern, es kann sowohl unter- als auch oberirdisch unterwegs sein – und zwar rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche.
Dieser Tage starteten nun die Bauarbeiten an einer ersten Teilstrecke: Sie verbindet in der US-Metropole Atlanta über insgesamt 800 Meter die Haltestelle der Flughafenbahn mit der Veranstaltungshalle Gateway Center Arena. Auf ihr sind Kabinen unterwegs, die Raum für vier Passagiere und Gepäck bieten. Sie fahren maximal 50 Stundenkilometern und teilen sich eine einzige 1,5 bis 2 Meter breite Fahrbahn. Weil die Kabinen ihr Ziel meist ohne Zwischenstopp erreichen, kommt man ihnen gemäss ihren Schöpfern schneller als mit Bus, Tram und vielen U-Bahnen ans Ziel.
Sensoren erkennen andere Fahrzeuge, Hindernisse und Fahrgäste
Quelle: Glydways
Wer eine Kabine braucht, ruft sie sich per App und besteigt sie an einem Access Point.
Sind sie nicht in Betrieb, parkieren die Kabinen an Ladestationen direkt neben der Fahrbahn. Wer sie braucht, ruft sich eine Kabine mittels einer auf dem Smartphone installierten App und steigt dann an einem der alle 200 Meter entlang der Strecke eingerichteten «Access Points» ein. Von dort fädeln sich die kleinen Gefährte zentimetergenau in Verkehrsfluss ein, sodass sie die übrigen Fahrzeuge nicht behindern.
Die Kabinen sollen mit einem Abstand von wenigen Zentimetern auf der Fahrbahn unterwegs sein, möglich machen dies entsprechende Sensoren. An den Haltestellen weiten sich die Lücken, damit sich eine Kabine in die Kolonne einreihen oder diese verlassen kann. Dank den Sensoren erkennen sie auch Hindernisse auf der Fahrbahn sowie ein- und aussteigende Passagiere. Und sie sorgen auch dafür, dass die Kabinen auf ihrer Strecke bleiben und nicht in den Gegenverkehr geraten. Das mache die kleinen Fahrzeuge vollkommen autonom, heisst es bei Glydways.
Sind die Glydways-Kabinen ein kostengünstiges, smartes ÖV-System?
«Was jetzt in Atlanta beginnt, ist für die ganze Welt konzipiert», sagt Chris Riley, Chief Commercial Officer von Glydways. «Das Pilotprojekt zeigt eine innovative neue Form des öffentlichen Nahverkehrs, die sicher und bequem für die Nutzer ist und Städten helfen kann, Menschen zu befördern, ohne Strassen auszubauen oder auf veraltete Systeme zurückzugreifen.» - Laut seinen Entwicklern sollen der Kabinen-ÖV auch kostengünstig sein. Ob dem so ist, soll die Teststrecke weisen. (mai/mgt)
Quelle: Glydways
Die Kabinen bieten Platz für vier Personen und Gepäck.