Zoo Zürich findet neue Stahlbaufirmen für Pantanal-Voliere
Der Zoo Zürich hat zwei neue Stahlbaufirmen für die Pantanal-Voliere gefunden. Die Firmen aus der Slowakei und Italien sollen nach dem Streit mit einer lokalen Baufirma übernehmen.
Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media
Visualisierung: Die gesamte Last der zehn Stahlbögen sowie des Gitternetzes mit einem Gesamtgewicht von rund 1400 Tonnen liegt später auf dem Volierenrand.
Die beiden Firmen werden parallel arbeiten und sind für
unterschiedliche Bereiche zuständig, teilte der Zoo Zürich am Freitag mit. Der
genaue Zeitplan steht noch nicht fest. Erst wenn das neue Stahlbau-Unternehmen
definitiv feststehe, könne auch ein neues Eröffnungsdatum für die
Pantanal-Voliere kommuniziert werden, so Zoodirektor Severin Dressen in der
Mitteilung.
Streit mit Stahlbaufirma
Anfang Dezember 2025 teilte der Zoo mit, dass er die Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma Baltensperger AG beendet hat. Grund dafür seien «schwerwiegende Vertragsverletzungen» gewesen: Es habe bedeutende Abweichungen bei Technik, Terminen und Kosten gegeben. 9,5 Millionen Franken – rund 75 Prozent der Vertragssumme – hatte der Zoo vorausbezahlt. Bereits vorproduzierte Teile im Wert von 4,2 Millionen Franken wollte die Firma nicht herausgeben. Mitte Januar scheiterten auch nachgelagerte Verhandlungen über die Weiterverwendung dieser Teile.
Die Stahlbaufirma aus Höri wies die Vorwürfe zurück. Das Projekt sei deutlich komplexer als in der Ausschreibung beschrieben worden, und die geforderten Toleranzen seien teilweise physikalisch nicht einhaltbar, hiess es. Im März eröffnete das Bezirksgericht Bülach den Konkurs über die Baltensperger AG und die Stahltech AG. Gemäss dem Bericht des Sachwalters trugen die Firmeneigentümer die Hauptschuld am Scheitern der Verhandlungen, berichtete der Tagesanzeiger.
1400 Tonnen schweres Stahlnetz
Die Pantanal-Voliere ist das erste Grossprojekt des Zoos im Rahmen seines Masterplans bis 2050. Auf rund 11'000 Quadratmetern soll das südamerikanische Feuchtgebiet Pantanal nachgebildet werden. Geplant ist ein rund 1400 Tonnen schweres Stahlnetz, getragen von zehn bis zu 35 Meter hohen Bögen ohne Stützpfeiler. Dort sollen unter anderem gefährdete Tierarten wie Ameisenbär, Hyazinthara, Flachlandtapir und Sonnensittich leben. (sda/mgt/pb)
Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media
Visualisierung der fertigen Pantanal Voliere.