09:08 BAUPROJEKTE

Diese Bauprojekte beschäftigen den Kanton Zug 2023

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: PD

Auf dem rund 80'000 Quadratmeter grossen Werkareal der V-Zug AG entsteht ein neues Stadtquartier, Steinhausen erhält eine neue Durchgangsstation für Asylsuchende und In Unterägeri wird das über 100 Jahre alte Gemeindehaus totalsaniert. 

Visualisierung Neubau Zephyr West Tech Cluster Zug

Quelle: PD

Visualisierung: Das Architekturbüro Diener & Diener aus Basel realisiert mit «Zephyr West» das neue Hauptquartier der V-Zug AG.

«Tech Cluster Zug»: Ein neuer Stadtteil in der Industrie 

Zug – Mit dem «Tech Cluster Zug» entsteht im Norden der Stadt auf dem rund 80000 Quadratmeter grossen Werkareal der V-Zug AG ein neuer Stadtteil. Ziel ist ein «Innovationsquartier, das Produktion, Forschung, Entwicklung, Gewerbe und Wohnen vereint», wie es auf der Projektwebseite heisst. Neben V-Zug und Metall Zug, die die Trägerschaft des Areals bilden, sollen weitere Firmen und Start-ups im Cluster angesiedelt werden. 

Seit 2018 besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Areal. Ausgangspunkt für die Entwicklung ist ein Masterplan des Architekturbüros Hosoya Schaefer von 2014. Inzwischen wurden einige Gebäude bereits fertiggestellt, andere sind noch im Bau. Aktuell liegt der Fokus auf den im März 2023 vorgestellten, neuen Hochbauprojekten «Zephyr West» und «Creatowers I + II», die in der Mitte des Clusters geplant sind und entsprechende Studienverfahren gewonnen haben.

Das Architekturbüro Diener & Diener aus Basel realisiert mit «Zephyr West» das neue Hauptquartier der V-Zug AG. Der Entwurf sieht ein filigranes Gebäude vor, das Aussenräume in Form von Balkonen und Loggien teilweise mit Aussentreppen integriert. Markante, vertikale Photovoltaikmodule an der Fassade und auf dem Dach dienen als Sonnenschutz. 

Das Büro Annette Gigon und Mike Guyer hat mit dem «Creatower I» den neuen Hauptsitz der VZ Depotbank entwickelt. Eine Besonderheit des Neubaus sind gewölbeartige Decken, die von ETH-Professor Philippe Block entwickelt wurden. Die Decken kommen mit nur acht Zentimetern Materialstärke aus und sollen damit 65 Prozent weniger Beton und 80 Prozent weniger Stahl als bei einer herkömmlichen Bauweise benötigen. Ebenfalls Teil des Studienauftrags war daneben der «Creatower II», ein Wohnhochhaus, das zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden soll. «Zephyr West» soll in den Jahren 2024 bis 2027 gleichzeitig mit dem ersten der beiden «Creatowers» gebaut werden.

techclusterzug.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Zug

Visualisierung Neubau Creatower Tech Cluster Zug

Quelle: PD

Visualisierung: Das Büro Annette Gigon und Mike Guyer hat mit dem «Creatower I» den neuen Hauptsitz der VZ Depotbank entwickelt.


Visualisierung Ersatzneubau Durchgangsstation Steinhausen

Quelle: PD

Visualisierung des Siegerprojekts «Kägi & Fret» vom Team Arbeitsgemeinschaft Kollektiv Juma Architekten GmbH / Studio W.

Neue Durchgangsstation für Asylsuchende in Steinhausen

Steinhausen – 1991 wurde als Provisorium für rund 88 Asylsuchende in Steinhausen ein Durchgangszentrum erstellt. Das Gebäude weist heute in baulicher, betrieblicher und hygienischer Sicht erhebliche Mängel auf. Statt die Anlage komplett zu sanieren, soll das Zentrum nach Plänen der Zuger Regierung durch einen Neubau ersetzt werden, der Platz für rund 150 Personen bietet. Geplant ist ein Zweckbau aus zwei Bauten; einem viergeschossigen Wohnhaus mit Laubengang, dass im Erdgeschoss Räume für das Personal und die Polizei, eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsbereich beinhaltet, sowie ein zweigeschossiger Pavillon für Nutzungen der Tagesstruktur.

Im Juni 2023 hatte der Zuger Kantonsrat über den Baukredit in der Höhe von 12,5 Millionen Franken zu befinden. Grundsätzlich war der Ersatzneubau im Rat unbestritten. Kritische Voten gab es von der SVP, die das Projekt einen «Luxusbau mit Zuger Finish» nannte. FDP, Mitte, SP, GLP und ALG stellten sich aber hinter den Kredit für den Neubau. Realisiert werden soll die neue Durchgansstation vom Team Arbeitsgemeinschaft Kollektiv Juma Architekten GmbH / Studio W. Ihr Projekt «Kägi & Fret» gewann 2021 einen Projektwettbewerb. Der Baustart ist im zweiten Quartal 2024 angesetzt. Anfang 2026 soll der Neubau fertig sein.

zg.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Zug


Visualisierung Neugestaltung Brüggli-Areal Stadt Zug

Quelle: PD

Visualisierung: Das gewählte Konzept für die Neugestaltng des Brüggli überzeugte die Jury durch eine «gekonnte Verbindung von Altem und Neuem» sowie einem «guten Zusammenspiel von Ökologie und aktiver Nutzung».

Das «Brüggli» in Zug soll noch schöner werden

Zug – Es ist ein wichtiger, öffentlicher Naherholungsraum im Westen der Stadt Zug: das Brüggli. Das rund vier Hektar grosse Areal befindet sich zwischen dem Chamer Fussweg an den Bahngleisen und dem Zugersee und entstand in seiner heutigen Form in den 1990er-Jahren. Neben der Sanierung des Uferbereichs wurde damals mit dem Aushubmaterial der Metalli-Überbauung der heutige Sandund Surfstrand aufgeschüttet. Nun soll das Naherholungsgebiet neugestaltet und aufgewertet werden. Im August 2022 präsentierte die Stadt Zug dazu das Siegerprojekt eines Ideen- und Studienauftrages; gewonnen hatte der Entwurf «Pausa» des Zürcher Teams Pilloni Landschaft, Atelier Ehrenklau Hemmerling sowie Regula Müller Boesch. 

Das Areal wird auch weiterhin frei zugänglich sein und nach dem Wunsch der Bevölkerung aus der Mitwirkung, «seinen besonderen Charakter als nicht kommerzieller Freiraum» behalten, hielt die Stadt Zug damals fest. Im Zuge des Projekts wird der TCS Campingplatz aufgehoben, die Parkplätze am Chamer Fussweg werden durch ein kleineres Parkfeld an der Chamerstrasse ersetzt und die Wege für Velos und Fussgänger optimiert. Weiter sollen auf dem Areal zwei neue Holzbauten für die Bade- und Sportinfrastruktur sowie für einen Gastrobetrieb – ähnlich einer Buvette – erstellt werden. Künftig soll es ausserdem auch erlaubt sein, auf dem Gebiet Zelte aufzuschlagen. Räumlich soll das Brüggli durch eine ökologisch nützliche Begrünung vom Bahndamm getrennt werden. Aktuell wird das Projekt weiter ausgearbeitet.

www.stadtzug.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Zug


Sanierung Gemeindehaus Unterägeri

Quelle: PD

Visualisierung: Das über 100 Jahre alte Gemeindehaus in Unterägeri soll saniert werden.

Altes Gemeindehaus in Unterägeri wird totalsaniert

Unterägeri – Ursprünglich wurde das Gemeindehaus in Unterägeri in den Jahren 1911 bis 1912 als Filiale der «Bank in Zug» von den Architekten Keiser & Bracher am Hauptverkehrsknotenpunkt in Unterägeri erbaut. Später wurde der Bau von der Einwohnergemeinde erworben, die es bis heute als Verwaltungsgebäude nutzt. Die letzte Sanierung fand in den 1980er-Jahren statt. Heute zeigt sich vor allem im Innenbereich des inzwischen über 100 Jahre alten Hauses ein grosser Sanierungsbedarf bei den Wärmedämmungen sowie Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und IT-Installationen, wie Gemeindepräsident Fridolin Bossard im März gegenüber der «Zuger Zeitung» sagte. 

Für rund 6,6 Millionen Franken wird das Gebäude deshalb umgebaut und totalsaniert. Das äussere Erscheinungsbild soll sich dabei nicht verändern. Auch die Eingangsbereiche werden an den bisherigen Orten bestehen bleiben. Im Fokus der Arbeiten steht die Erneuerung und Verbesserung der Wärmedämmungen sowie sämtlicher haustechnischen Installationen, um den Energieverbrauch massiv zu senken. Die Gemeindeversammlung hatte die Kosten für die Totalsanierung im Dezember 2022 genehmigt. Im März 2023 lag das Baugesuch öffentlich auf, Einsprachen sind keine eingegangen. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Oktober 2023 starten und rund fünfzehn Monate dauern.

www.unteraegeri.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Zug


Geschrieben von

Redaktorin Baublatt

Zeichnet, schreibt und kreiert gerne. Themenbereiche: Bauprojekte sowohl international als auch regional, News aus Wissenschaft, Forschung, Technik, Architektur und Design.

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