Köniz : Neuer Verwaltungsstandort und Bahnhofs-Passerelle
Die Berner Vorortsgemeinde Köniz will einen neuen Verwaltungsstandort realisieren. In Kürze sollen Parlament und Stimmvolk über den hierfür geplanten Landerwerb befinden. Der Gemeinderat gibt derweil Grünes Licht für den Bau der Bahnhofs-Passerelle.
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Die Gemeinde Köniz plant einen Landerwerb für einen Neubau. Gleichzeitig soll so die Entwicklung des Industriegebiets beim Bahnhof gefördert und eine Passerelle gebaut
Die Gemeinde Köniz hat ein Problem: Die Verwaltung ist im Moment auf verschiedene Standorte verteilt, wobei für einer der eine Liegenschaften der Baurechtsvertrag ausläuft. Deshalb braucht die Gemeinde für die rund hundert Mitarbeitenden der Abteilung Soziales einen neuen Standort.
Diesen will Köniz auf einem Areal an der Gartenstadtstrasse 1-5 realisieren. Hierfür ist ein Landerwerb nötig, der 9,9 Millionen Franken kosten würde. Das Areal ist zugleich eine Schlüsselparzelle für die Entwicklung des Industriegebiets direkt beim Bahnhof. Das Parlament befindet im März über das Geschäft, das Volk im Juni 2026.
Die Parzelle an der Gartenstadtstrasse mit einer Fläche von 5500 Quadratmetern biete die Möglichkeit, mehrere Standorte der Verwaltung zu zentralisieren, so die Gemeinde. Die Abteilung Bildung, Soziale Einrichtungen und Sport und das Informatikzentrum könnten im neuen Gebäude integriert werden. Diejenigen Flächen, die die Gemeinde nicht selber benötigt, würden vermietet oder im Baurecht abgegeben.
Fernwärmezentrale im UG
Im Untergeschoss des neuen Gebäudes könnte eine Fernwärmezentrale erstellt werden, die Teile von Köniz und Liebefeld mit erneuerbarer Energie versorgt.
Nebst dem Kaufpreis ergeben sich laut Gemeinde jährliche Finanzierungskosten von rund 200000 Franken. Aus Baurechtszinsen erwartet die Gemeinde jährliche Einnahmen in der Grössenordnung von 200000 bis 400000 Franken.
Die bestehenden Mietverträge auf dem Areal werden für zwei bis drei Jahre weitergeführt. In dieser Zeit nimmt die Gemeinde die Planungsarbeiten für den neuen Verwaltungsstandort in Angriff. Über den Ausführungskredit für das neue Verwaltungsgebäude entscheiden wiederum die Stimmberechtigten. Sollten sie dem Kredit nicht zustimmen, wird die gesamte Fläche einer gewerblichen Nutzung zugeführt.
Quelle: Gemeinde Köniz
Visualisierung der Passreelle, die 2028 eröffnet werden soll.
Gemeinderat will Passerelle
Der Könizer Gemeinderat hat daneben den Baukredit für eine neue Passerelle beim Bahnhof Niederwangen zuhanden des Parlaments verabschiedet. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 12,6 Millionen Franken, wovon Bund und Kanton voraussichtlich 7,7 Millionen Franken übernehmen. Die neue Passerelle erschliesst das Entwicklungsgebiet Juch/Hallmatt. Hier sollen in den nächsten Jahren weitere Unternehmen und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt werden. Bereits im Bau ist das neue kantonale Polizeizentrum, wo ab 2028 rund 1400 Personen arbeiten werden. Sie sollen mehrheitlich mit dem öffentlichen Verkehr anreisen.
Köniz plant deshalb zwischen der S-Bahn-Haltestelle Niederwangen und dem Areal Juch/Hallmatt einen neuen, direkten Fussweg. Die heutige Verbindung über zwei Lift- und Treppentürme bietet zu wenig Platz, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Die beiden Türme sollen aber erhalten bleiben und die neue Passerelle ergänzen. Sagt das Könizer Parlament am 16. März Ja, werden die Stimmberechtigten voraussichtlich im Juni 2026 auch über diesen Kredit abstimmen. Die neue Passerelle soll im zweiten Halbjahr 2028 eröffnet werden. (SDA/bk)