13:31 BAUPROJEKTE

Baustart für Mehrspurausbau Zürich-Winterthur

Teaserbild-Quelle: SBB / Visualisierung: nightnurse images, Zürich

Die SBB starten mit dem Mehrspurausbau Zürich-Winterthur: Das Projekt wird rund zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Visualisierung Portale des Brüttenertunnels

Quelle: SBB / Visualisierung: nightnurse images, Zürich

In zehn Jahren werden die ersten Züge durch den dann neu eröffneten Brüttener Tunnel fahren.

2019 sprach das Parlament 13 Milliarden Franken, um den «Ausbauschritt 2035» der SBB zu zu finanzieren. Teil dieses massiven Ausbaus der Bahninfrastruktur ist den Bau einer neuen Doppelspurlinie zwischen Zürich und Winterthur. Diese ist nötig, weil das Passagieraufkommen zwischen der grössten und der immerhin sechstgrössten Stadt des Landes stark wächst. Die Hälfte aller Reisenden, die in der Schweiz im Regionalverkehr fahren, sind im Raum Zürich unterwegs. Aktuell verkehren zwischen den beiden Städten täglich 670 Züge und 116000 Passagiere. 

Das Projekt «MehrSpur Zürich-Winterthur» beinhaltet vor allem den Bau eines neuen Tunnels: Der Brüttener Tunnel zwischen Winterthur Töss und Dietlikon sowie Bassersdorf wird neun Kilometer lang und verschlingt einen Grossteil der auf 3,3 Milliarden Franken geschätzten Kosten des Mammutprojekts. Diesen Sommer soll der Spatenstich für das Projekt erfolgen. Die eigentlichen Hauptarbeiten beginnen 2027, die Tunnelbohrmaschinen setzen sich dann 2029 in Bewegung. Zuerst wird der Tunnel von Dietlikon nach Winterthur gebohrt, ab 2032 folgt dann die Verbindung von Bassersdorf bis zur Verzweigung Mülberg. 


Übersichtskarte Brüttenertunnel

Quelle: SBB

Der 9 Kilometer lange Brüttener Tunnel bildet das Herzstück des Mehrspurausbaus.

Acht Minuten schneller

Im 9 Kilometer langen Tunnel werden die Züge mit 160 Stundenkilometern fahren können, so dass die Passagiere sich gerade mal drei Minuten im geschätzt 1,15 Milliarden Franken teuren Bau aufhalten. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten wird sich durch die neue Streckenführung um acht Minuten verkürzen.

Grosse Umbauprojekte erfolgen in den Bahnhöfen Bassersdorf, Dietlikon, Wallisellen, Zürich Stadelhofen und Winterthur. Letzteres benötigt eine 800 Meter lange Brücke, welche die neuen Gleise über die bestehende Trasse führt. Dazu braucht es einen kurzen Tunnel. Zwischen dem Portal des Brüttener Tunnels und dem Bahnhof müssen zudem 24 Kilometer Gleise, 900 Fahrleitungsmasten, 67 Kilometer Fahrleitungen, 129 Signale und 104 Weichen installiert oder erneuert werden. Dazu gibt es auch ein neues Stellwerk.

Visualisierung des Tunnelportals Dietlikon des Brüttenertunnels

Quelle: SBB

Tunnelportal Dietlikon: Die ausgebaute Strecke wird im Dezember 2037 in Betrieb gehen.

Vorarbeiten laufen

Nachdem der Bund das Gesamtprojekt bewilligt hat, konnten bereits Vorarbeiten für das Vorhaben in Angriff genommen werden: Rodungsarbeiten in Dietlikon und Wallisellen und Werkleitungsarbeiten in Bassersdorf. Zwischen Wangen-Brüttisellen und Dietlikon wird zudem für den Bauplatz Boden abgetragen. In Winterthur ist das Grossprojekt bereits beim künftigen Tunnelportal in Töss sichtbar, dort wird der Installationsplatz errichtet.

2036 sollten die Bauarbeiten zu Ende gehen, so dass die SBB die neue Strecke noch ausreichend testen können. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2037 geht der Mehrspurausbau in Betrieb. (SDA/bk)


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