Bauarbeiten für Ersatz der Rathausbrücke in Zürich starten
Am 12. Januar beginnen die drei Jahre dauernden Bauarbeiten für den Ersatz der Rathausbrücke in Zürich. Das Bauwerk wird für den Hochwasserschutz durch eine neue, leicht schmälere Brücke ersetzt, die nur noch zwei Pfeilerscheiben aufweist.
Quelle: Atelier Brunecky, 2022
Visualisierung: So soll die neue Rathausbrücke in Zürich dereinst aussehen.
Die Rathausbrücke verbindet seit dem frühen Mittelalter die beiden durch die Limmat getrennten Zürcher Altstadtteile. Ab dem 14. Jahrhundert diente die Brücke zudem als Marktplatz, weshalb sie im Volksmund auch «Gemüsebrücke» genannt wird. Das heutige Bauwerk wurde 1972/73 errichtet und ist sanierungsbedürftig.
Daneben bildet die Brücke in der Limmat einen Engpass für den Abfluss von Hochwasser aus dem Zürichsee. Das Bachbett ist zu wenig tief. Verstärkt wird dieses Problem auch durch den neuen Hochwasser-Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und Thalwil, der Ende 2026 in Betrieb gehen soll.
Vor diesem Hintergrund wird die Rathausbrücke durch einen Neubau ersetzt. Vorgesehen ist eine neue, im Grundriss leicht schmälere Brücke, die anstelle von fünf nur noch zwei Pfeilerscheiben aufweist und damit mehr Raum für das Wasser lässt. Weiter soll die Flusssohle aus Hochwasserschutzgründen abgesenkt werden.
Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Ersatzneubau des Teams um Bänziger Partner AG, «10:8 Architekten» und F. Preisig AG soll sich gestalterisch in den historischen Kontext einfügen und auch künftig Platz für den Wochenmarkt, Veranstaltungen sowie den Fuss- und Veloverkehr bieten.
Bauarbeiten erfolgen in Etappen
Am 12. Januar starten nun die Arbeiten für den Ersatzneubau, wie das Stadtzürcher Tiefbauamt am Freitag mitteilte. Der Bau erfolgt etappenweise, um die Erreichbarkeit für die Bevölkerung und das Gewerbe möglichst aufrechtzuerhalten. Zunächst werden ab die Installationsflächen eingerichtet und vorbereitende Arbeiten ausgeführt.
Anschliessend wird die bestehende Brücke schrittweise von West (Weinplatz) nach Ost (Limmatquai) rückgebaut. Parallel dazu erfolgen gemäss Mitteilung Arbeiten in der Limmat: Die Sohle des Flusses wird abgesenkt, und die neuen Brückenfundamente werden erstellt. Danach werden die neuen Widerlager und Pfeiler errichtet, bevor die neue Brückenplatte eingebaut wird.
Quelle: Atelier Brunecky, 2022
Visualisierung: So soll die neue Rathausbrücke in Zürich dereinst aussehen.
Zum Abschluss folgen Belagsarbeiten, Arbeiten am Geländer, das Aufstellen der Sitzbänke sowie die Inbetriebnahme. Die Hauptarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Anfang 2029 erfolgen dann die Fertigstellungsarbeiten für den Plan Lumière und die Baumpflanzung auf dem Weinplatz.
Der Fussverkehr wird während der Bauzeit über eine Passage auf der Nordseite der Brücke aufrechterhalten. Auf der Südseite wird ab Juni 2026 für den Liefer-, Fuss- und Veloverkehr eine Hilfsbrücke in Betrieb genommen. Danach wird die Rathausbrücke für den Verkehr gesperrt.
Mehrkosten für neue Rathausbrücke
Im November 2024 stimmten die Stadtzürcher Stimmberechtigten einem Kredit von 58,35 Millionen Franken für den Ersatzneubau der Rathausbrücke zu. Die Ausgaben basierten auf einem Kostenvoranschlag, die Arbeiten wurden anschliessend in einem öffentlichen Submissionsverfahren ausgeschrieben.
Im August 2025 teilte der Zürcher Stadtrat aber mit, dass die Angebote «völlig unerwartet» deutlich über den ermittelten Kosten lagen. Ein Ingenieurbüro mit vielfältigen Referenzen und Erfahrungen im Brückenbau hätte den Kostenvoranschlag 2023 erarbeitet und die Fachexperten des Tiefbauamts hätten ihn überprüft, hiess es.
Der Stadtrat beantragte dem Gemeinderat in der Folge einen Zusatzkredit von 18,60 Millionen Franken, den der Gemeinderat am 1. Oktober 2025 bewilligte. Der Gesamtkredit für den Ersatzneubau der Rathausbrücke beläuft sich damit neu auf 76,95 Millionen Franken. (mgt/pb)