11:28 BAUPROJEKTE

Bahnhof «Stuttgart 21» wohl erst Ende 2031 betriebsbereit

Geschrieben von: Stefan Schmid (sts)
Teaserbild-Quelle: HGEsch

Die Deutsche Bahn verschiebt die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs «Stuttgart 21» auf Ende 2031. Bahnvertreter äusserten sich diesbezüglich im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, wie Teilnehmerkreise durchblicken liessen. 

Stuttgard 21 auf  21 verscvhoben

Quelle: Arnim Kilgus

Der Bau des Tiefenbahnhofs im Zentrum von Stuttgart hat gigantische Ausmasse. Bild vom April 2026 mit den Oberlichtern.

Im November hatte die Bahn die für Ende 2026 geplante Teileröffnung des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart unter anderem wegen Problemen bei der Digitalisierung abgesagt. Bahnchefin Evelyn Palla hatte daraufhin zunächst keinen neuen Termin genannt und eine umfassende Überprüfung des Projektes angekündigt. Die Verschiebung auf 2031 ist nun ein Ergebnis dieser Prüfungen. Über den neuen Termin war bereits in den vergangenen Wochen von mehreren Medien berichtet worden.

Inbetriebnahme schon häufig verschoben

Gebaut wird an dem Projekt bereits seit 2010. Die Inbetriebnahme war bereits mehrfach verschoben worden, zuletzt auf Dezember 2026. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war man von einer Eröffnung 2019 ausgegangen. Das Projekt Stuttgart 21 steht nicht nur für den Bau des neuen Hauptbahnhofs in der süddeutschen Stadt, sondern für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Gebaut werden neue Bahnhöfe - etwa ein neuer Fernbahnhof am Flughafen -, Dutzende Kilometer Schienenwege und Tunnelröhren, Durchlässe sowie Brücken. 

Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schliesst neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof sein wird.

Start von Stuttgard 21 verschoben

Quelle: HGEsch

Die Oberlichter entfalten in der geschwungenen Perronhalle eine spezielle Wirkung und strukturieren gleichzeitig den Raum. Im Bild ist der Projektstand im Dezember 2025 zu sehen.

Im Rahmen von Stuttgart 21 wird der Bahnknoten in Stuttgart zugleich als erster deutschlandweit komplett digitalisiert. Züge des Fern- und Regionalverkehrs sowie S-Bahnen sollen dann mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS fahren - und zwar nur damit. Klassische Lichtsignale werden im Stuttgarter Bahnknoten nicht mehr verbaut. 

Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden Euro - mit der erneuten Verschiebung um fünf Jahre dürften diese aber noch deutlich ansteigen. Die Mehrkosten muss die staatseigene Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen. (awp sda dpa)

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