15:04 BAUPRAXIS

Radlader: Wendigkeit ist Trumpf

Teaserbild-Quelle: zvg

Die meisten Radlader sind – gemessen an ihrer Nutzlast – ganz schön schwer, gross und lang. Beim Materialumschlag auf den häufig beengten Baustellen zählt dagegen maximale Wendigkeit. Schon Maschinen mit gängigen Fahrwerks- und Lenkkonzepten haben dabei einiges zu bieten. Für einen überschaubaren Aufpreis nehmen manche auch noch enger gesteckte Parcours – nämlich solche mit kombinierten Lenkungsarten oder mit einem schwenkbaren Hubgerüst.

Wendige Radlader gehören gewissermassen ins Beuteschema von Beschaffern im Bauwesen sowie im Gartenbau. Die häufig verbauten Knickpendelgelenke machen sie kurvengängig und verleihen ihnen selbst in unebenem Gelände immer Traktion. Diese Grundkonstruktion – zweigeteilter Fahrzeugrahmen und Knickpendelgelenk respektive Knickgelenk mit einer pendelnden Hinterachse – bildet die markenmässig weitaus häufigste Radlader-Bauweise.

Die Hersteller führen die spezifischen Vorteile dieses Fahrzeug- und Lenkkonzepts folgendermassen ins Feld: Vorder- und Hinterräder laufen auch bei Kurvenfahrt in einer Spur, das Hubgerüst ragt dabei nur geringfügig über den Kurvenradius hinaus. Ein deutliches Plus an maximaler Hubhöhe und Reichweite erreichen dabei Teleskopradlader beziehungsweise Multifunktionslader wie etwa von Avant Tecno. Die Modelle dieses finnischen Herstellers folgen ebenfalls dem Konstruktionsprinzip anderer Knicklenker, allerdings befindet sich der Fahrersitz nicht auf dem Hinterwagen, sondern auf dem Vorderwagen.

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Beim deutschen Hersteller Kramer führt man indessen an, dass mit solchen Knickladern bezüglich der Grösse und Hubkraft vergleichbare Allradlader sogar noch wendiger sind und ihre Hubgerüste teilweise sogar noch geringer über den Wenderadius nach aussen ragen. Und dies bei dem typischen Vorteil von Radladern mit einteiligem Fahrzeugrahmen und Allradlenkung, dass sie in Kurvenfahrt dieselbe Kippstabilität aufweisen wie knickgelenkte Radlader, während man bei diesen in Kurvenfahrt einiges an Abstrichen bei der Kippstabilität machen muss.

Sicherheitshalber vergleicht man bei Knickladern verschiedener Marken nicht nur die technischen Angaben zur Hubkraft in Geradeausstellung, sondern auch die «statische Kipplast geknickt» – und bei gestrecktem Hubarm. Davon verbleiben dann noch 80 Prozent als Nutzlast für Transportfahrten in ebenem Gelände sowie 60 Prozent als Nutzlast in unebenem Gelände. Warum «Kipplast geknickt»? Beim Knicklenker verlagert sich der Schwerpunkt mit zunehmendem Lenkeinschlag in Richtung Kurvenmitte. Je kleiner also der Kurvenradius, desto kleiner auch die fahrbare Nutzlast.

Bei Allradladern mit ungeteiltem Rahmen bleibt dagegen der Schwerpunkt auch in Kurvenfahrt auf der Längsachse des Fahrzeugs. Die Allradlader haben zudem einen sehr kleinen Wenderadius über die Reifen-Aussenkante, wodurch sie etwa auf einer schmalen Strasse mit einem Lenkmanöver wenden können, während gleich grosse Knicklader dabei rangieren müssen.

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