11:42 BAUPRAXIS

«Gebaute Beziehungen»: Die Bauten von Max Frisch und Franz Bruno Frisch

Geschrieben von: Robert Mehl (rm)
Teaserbild-Quelle: Max Frisch Archiv

Petra Hagen Hodgson legt mit «Gebaute Beziehungen» eine umfassende Doppelmonographie zum architektonischen Schaffen des Schriftstellers und Architekten Max Frisch und dessen Vater Franz Bruno Frisch vor.

Villa Sihlberg in Zürich-Enge

Quelle: Petra Hagen Hodgson

Bei der denkmalgeschützten Villa Sihlberg, auch bekannt als Schloss Sihlberg, in Zürich-Enge wird der junge Franz Bruno Frisch erstmals genannt: Als Bauleiter für das Büro Albert August Müller.

Der Zauber dieses Buches versteckt sich in einer Fussnote: Die Autorin Petra Hagen Hodgson hat als junge Studentin der Germanistik und Kunstgeschichte in den 1980er Jahren den Schriftsteller und Architekten Max Frisch wiederholt persönlich getroffen und ihn zu seiner Architektur interviewt. Diese Gespräche bildeten die Grundlage ihrer Lizentiatsarbeit bei Prof. Stanislaus von Moos, denn Frischs planerisches Schaffen war damals von der Wissenschaft noch weitgehend unerforscht. Auch in dem 480-seitigen Werk «Gebaute Beziehungen – Max Frisch und Bruno Franz Frisch» bezieht sich Petra Hagen Hodgson immer wieder auf diese damals mit einer sperrigen Bandmaschine mitgeschnittenen Interviews. Die so erhobenen Aussagen von Max Frisch sollten auch die Grundlage ihrer Promotion bilden, zu der es aber seinerzeit nicht kam. In beeindruckender Beharrlichkeit verlor sie dieses Projekt aber nie aus den Augen und legt ihre Promotionsschrift in Form der vorliegenden Doppelmonograpie pünktlich zu ihrer Pensionierung an der ZHAW vor.

Bereits 1986 war ihr viel beachtetes Buch «Städtebau im Kreuzverhör – Max Frisch zum Städtebau der fünfziger Jahre» im damals neu gegründeten LIT-Verlag erschienen. Darin beschäftigt sie sich erstmals mit Frischs städtebaulichen Schriften wie «wir selber bauen unsre Stadt», «Der Laie und die Architektur» und vor allem «achtung: die Schweiz». Auch wenn Petra Hagen Hodgson selbst Frischs rückblickende Aussagen als vielfach geschönt bewertet, berühren diese in ihrer Unmittelbarkeit. So äussert sich Frisch ja auch zur Qualität der städtebaulichen Lehre während seines ETH-Studiums in den 1930er Jahren wie folgt: «Städtebau [...] war damals kein Lehrfach an der ETH, sondern – man darf es gar nicht sagen, wie das war – Städtebau hiess: Es wäre schön, wenn man hier einen Grünzug durchführen könnte usw., das war also rein geschmäcklerisch-ästhetisch» (S. 138). 

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