17:14 BAUPRAXIS

Forschung: Karte zeigt Verteilung von Licht in Schatten in der Schweiz

Teaserbild-Quelle: rolandmey, Pixabay-Lizenz

Wie sich das Licht auf dem Boden der Schweiz auf zehn Meter genau - sowohl im Freien als auch im Wald - verteilt, wissen Fachleute vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Ihr Modell simuliert sogar einzelne Baumschatten.

Bäume von oben

Quelle: rolandmey, Pixabay-Lizenz

Auch der Schattenwurf kann mit einem Tool gegooglet werden.

Licht spendet Energie. Licht bringt Schnee zum Schmelzen. Licht lässt Pflanzen blühen und den Asphalt glühend heiss werden.  Licht kann vieles. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wann wo wie viel Licht auf den Boden trifft. Seit neustem werden entsprechende, hochaufgelöste Daten vom WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) auf der Plattform Envidat zur Verfügung gestellt. 

Mit einer Auflösung von gerade mal zehn Meter können alle, die sich dafür interessieren, schauen, wie viel Licht auf den Boden gelangt, egal ob im Wald, im Garten oder auf der Autobahn. Und zwar Stunde für Stunde, Tag für Tag über einen vollständigen, jährlichen Sonnenzyklus. «Diese Daten sind für zahlreiche Forschungsvorhaben wichtig, zu Schneedecke und Schneeschmelze, aber auch zu Mikrohabitaten von Pflanzen und Tieren, oder zum Mikroklima im Wald, sagt Clare Webster, Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Schneehydrologie am SLF.

Was ist Envidat?

Bei Envidat handelt es sich um das Datenportal der WSL für einen einheitlichen Zugang zu Umweltdaten aus Monitoring- und Forschungsprojekten. Auf dem Portal können Datensätze gespeichert und veröffentlicht werden. Laut SLF wird durch die weltweite Bereitstellung einzigartiger und wertvoller Datensätze mit Envidat einen Beitrag zur Forschung im Bereich der Umweltwissenschaften geleistet.


Websters Team beschäftigt sich damit, wie viel Schnee vom Himmel fällt, wie viel Schnee wo in der Schweiz gespeichert ist, wie sich die Schneedecke zeitlich und räumlich verändert und wo und wann sie schmilzt. Dies dient allerdings nicht nur der Forschung sondern auch vielen anderen Bereichen, vom Umgang mit Naturgefahren über Hochwasserwarnungen oder  Wasserkraft bis hin zum Freizeitbereich. 

«Immerhin fällt auf die gesamte Schweiz gesehen rund ein Drittel der Niederschläge als Schnee», sagt Webster. Für korrekte Schneeschmelzprognosen spielt auch die Sonneneinstrahlung eine wichtige Rolle. Denn in Lagen, in denen Sonne die Schneedecke früh im Jahr erreicht, ist die weisse Pracht in der Regel schneller verschwunden als an benachbarten Schattenhängen. 

Sowohl das Gelände als auch lokale Gegebenheiten wie Bäume oder Gebäude beeinflussen die Verfügbarkeit, sodass auf manche Bereiche während Stunden von der Sonne beschienen werden und andere den ganzen Tag über im Schatten liegen. «Gerade im Wald sind die Verhältnisse von Meter zu Meter sehr variabelt», erläutert Webster. Diese seien relevant, schliesslich ist rund ein Drittel der Schweiz von Wald bedeckt.  (Text der WSL/ bearbeitet mai )

Hier geht es zur Karte: www.envidat.ch

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