15:44 BAUBRANCHE

Zürcher Stadtrat bringt Gegenvorschlag zu Hochhaus-Abstimmung

Teaserbild-Quelle: Patrick Federi, Unsplash

Der Zürcher Stadtrat hat einen Gegenvorschlag zur Hochhaus-Abstimmung eingebracht. Dabei handelt es sich um den ursprünglichen Vorschlag des Stadtrats, der im Parlament zerzaust wurde. Abgestimmt wird am 14. September.

Primetower, Zürich

Quelle: Patrick Federi, Unsplash

Mit 126 Metern der höchste Turm der Stadt Zürich: der Prime Tower.

Der Gemeinderat habe umfassende Änderungen an der Vorlage vorgenommen, heisst es in einer Mitteilung des Stadtrats vom Mittwoch. Die eigene Vorlage sieht der Stadtrat als «konsistent und ausgewogen» an. Darum bringe er diese als Gegenvorschlag an die Urne.

Die stadträtliche Vorlage orientiere sich an drei Höhenstufen: 40, 60 und 80 Meter. Jede Stufe habe spezifische Anforderungen. Der Grundsatz laute: je höher das Hochhaus, desto strenger die Anforderungen. «Die Hochhausgebiete sind jedoch lediglich Möglichkeitsgebiete», schreibt der Stadtrat. Bei jedem konkreten Projekt werde sorgfältig geprüft, ob ein Hochhaus städtebaulich, ökologisch und funktional geeignet ist.

Mehr Häuser bis 40 Meter Höhe

Das Hochhausgebiet bis 40 Meter will der Stadtrat vergrössern, das Gebiet für Hochhäuser bis 80 Meter aber zugunsten eines neu eingeführten 60-Meter-Gebiets verkleinern. Für Hochhäuser über 80 Meter brauche es wie bisher einen Gestaltungsplan und somit die Zustimmung von Stadt- und Gemeinderat.

Das Parlament beschloss deutlich kleinere Gebiete, in denen Hochhäuser gebaut werden dürfen. So sollten Hochhäuser bis 80 Meter nur noch entlang der Gleise und im Zentrum von Oerlikon erlaubt sein. Für Häuser ab 60 Metern Höhe soll es eine Gestaltungsplanpflicht geben.

Viele Gebiete, in denen Häuser bis 40 Meter Höhe möglich gewesen wären, strich die Mehrheit aus den linken Parteien und der SVP zusammen, etwa in Schwamendingen, Altstetten oder Albisrieden.

Gerade in den 40-Meter-Hochhäuser-Gebieten sieht der Stadtrat eine Chance. Der Spielraum in der Höhe erleichtere den Erhalt und das Weiterbauen des Bestands. Die punktuelle Konzentration der Dichte ermögliche zudem neue Grün- und Freiräume.

Im Parlament wehrten sich FDP, Mitte/EVP und GLP gegen die Pläne der anderen Parteien. Sie sprachen von einer «Hochhausverhinderungsrichtlinie» und einem drohenden «Ballenberg». FDP und GLP ergriffen schliesslich das Parlamentsreferendum, weshalb es zur Urnenabstimmung kommt.

Quartiere beleben

Die aktualisierten Richtlinien für den Bau von Hochhäusern ersetzen diejenigen aus dem Jahr 2001. Gewisse sensible Gegenden an Hanglagen oder in Quartiererhaltungszonen schloss der Stadtrat aus dem Hochhausgebiet aus.

Es werden Anforderungen zu Freiraum und Begrünung, Nutzung, Stadtklima, Ressourceneffizienz und Sozialraum gestellt. So sollen Erdgeschosse von Hochhäusern etwa über gemeinschaftliche, gewerbliche oder publikumsorientierte Nutzungen verfügen, um das Quartier zu beleben. Die Aussenflächen sollen zum Verweilen einladen, fand der Stadtrat.

SVP kritisiert Stadtrat

Wenig Freude hat die SVP. In einer Medienmitteilung kritisierte sie am Mittwoch das Vorgehen des Stadtrats als «Missachtung des Parlamentsentscheids». «Der links-grüne Stadtrat akzeptiert demokratische Korrekturen nur dann, wenn sie seiner Ideologie entsprechen», heisst es in der Mitteilung. Die SVP anerkennt aber, dass das Vorgehen gesetzlich zulässig ist.

Die Vorlage des Gemeinderats würde eine Entwicklung mit Augenmass bringen, schreibt die Partei. «Zürich darf nicht zur gesichtslosen Hochhausstadt werden». (sda)

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