13:07 BAUBRANCHE

Wohnraum wird vor allem in Zürich und Zentralschweiz noch knapper

Teaserbild-Quelle: polybazze, Flickr, CC

Der Wohnraum ist 2021 regional teilweise deutlich knapper geworden, vor allem in Zürich und der Zentralschweiz. Nur in der Genferseeregion entspannte sich die Lage. Das zeigt die neuste Ausgabe des Monitors «Personenfreizügigkeit und Wohnungsmarkt» des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO).

Balkone, Schmuckbild.

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Balkone, Schmuckbild.

Das Haushaltswachstum und die Bautätigkeit entwickelten sich 2021 beinahe im Gleichschritt, schrieb das BWO in einer Mitteilung vom Mittwoch. Das Bild einer leichten Entspannung täusche allerdings, da diese praktisch nur in der Genferseeregion stattfand. In der am stärksten wachsenden Grossregion der Schweiz sei der Nachfrageüberschuss sowohl im Bereich der Mietwohnungen als auch beim Wohneigentum zurückgegangen, heisst es in der Mitteilung. 

Bezogen auf das Haushaltswachstum lagen die Zuwachsraten der schweizerischen und ausländischen Haushalte gemäss BWO auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Anzahl der Schweizer Haushalte insgesamt leicht stärker anstieg, war gemäss Mitteilung 2021 die stärkste Zunahme ausländischer Haushalte in der Zentralschweiz zu beobachten. 

Wohnungsmarkt: Zürich «unzureichend versorgt»

Die Zentralschweiz weise zusammen mit der Region Zürich den knappsten Wohnungsmarkt der Schweiz auf – sowohl beim Wohneigentum als auch bei den Mietwohnungen. Beide Regionen würden vor allem im unteren Mietpreissegment eine «deutliche Anspannung» aufweisen und seien «eindeutig unzureichend versorgt», wie das BWO festhält. 

Den Gegenpol zu diesen sehr knappen Märkten bildet gemäss Mitteilung der Kanton Tessin, der über den «entspanntesten Markt der Schweiz» verfügt. Dazwischen befinden sich die übrigen Regionen der Schweiz, die laut dem Bundesamt «über alles gesehen beinahe im Gleichgewicht sind». 

Dies ist vorwiegend in der Nordwestschweiz und der Ostschweiz sowie etwas weniger stark im Espace Mittelland der Fall – zur Grossregion zählen Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg und Solothurn. Dort bildeten die Mietwohnungsmärkte den Puffer für das knappe Wohneigentum. 

Weniger Wohneigentum im 2021 

Diese Pufferfunktion sei auch notwendig, wie das BWO weiter schreibt, denn die Wohneigentumsquote habe sich 2021 reduziert. Die Eigentumsquoten bewegen sich noch in der Grössenordnung von rund 41 Prozent für schweizerische und von 12 Prozent für ausländische Haushalte. Entsprechend seien auch die ausländischen Haushalte nicht die primäre Ursache des Preisanstiegs beim Wohneigentum, heisst es weiter. 

Das Bundesamt geht davon aus, dass sich die Überhitzung des Wohnungmarktes im nächsten Jahr «mit grösster Wahrscheinlichkeit» abschwächen wird. Ob daraus in den Brennpunkten Zürich und Zentralschweiz eine Entspannung resultiere, bleibe abzuwarten. (mgt/pb/sda)

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