16:15 BAUBRANCHE

Unternehmenssteuern in der Schweiz leicht gesunken

Teaserbild-Quelle: Parrish Freeman, Unsplash

Im 2024 bezahlten die Unternehmen in der Schweiz  etwas weniger Steuern. Die Angleichung der Steuersätze nach unten wegen den bald geltenden Regeln der weltweiten Mindestbesteuerung von Konzernen dürfte damit aber nun laut dem Beratungsunternehmen KPMG vorerst ein Ende haben. Konkret sind die Gewinnsteuersätze für Firmen im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt auf 14,4 von 14,6 Prozent gesunken. Zu diesem Schluss kommt der am Dienstag von KPMG veröffentlichte "Swiss Tax Report 2025".

Im Report werden die Gewinnsteuersätze von über 50 Ländern sowie aller 26 Kantone verglichen: Aktuell bietet der Kanton Zug mit einem Steuersatz von 11,85 Prozent im kantonalen Vergleich weiterhin den attraktivsten Gewinnsteuersatz an. Unverändert am Schluss des Rankings liegt der Kanton Bern (20,54%), gefolgt von Zürich (19,61%) und dem Wallis (17,12%). 

Grundsätzlich gab es laut KPMG nur wenige Änderungen der Steuersätze im Vergleich zum Vorjahr. Die grösste gab es im Tessin. Dort sank der Satz um 3,11 Prozentpunkte auf 16,05 Prozent, gefolgt
vom Kanton Basel-Landschaft, wo der Gewinnsteuersatz um 2,45 Prozentpunkte auf 13,45 Prozent reduziert wurde.

Globale Unternehmenssteuerreform Mindesbesteuerung von 15%

Hintergrund der Steuersenkungen: DIe von der Schweiz mitgetragene, globale Unternehmenssteuerreform, die eine Mindestbesteuerung von 15 Prozent vorsieht. Dabei haben sich rund 140 Staaten dazu bekannt, internationale Firmen grundsätzlich gleich hoch zu besteuern, um den internationalen Steuerwettbewerb einzudämmen. Einige Tiefsteuer-Kantone haben ihre Steuertarife laut KPMG im Zuge des eingeführten Ergänzungssteuerregimes daher in den letzten Jahren angepasst und die Gewinnsteuerbelastungen dem Mindeststeuersatz von 15 Prozent angenähert. Dies taten sie laut Stefan Kuhn, Leiter der Steuer- und Rechtsberatung bei KPMG Schweiz, um die erwartete Ergänzungssteuer
zu reduzieren. 

"Die Kantone können so die Einnahmen aus dieser steuererhöhung vollständig behalten. Im Gegensatz dazu muss bei der vom Bund verordneten Ergänzungssteuer ein Viertel an den Bund abgeführt werden.", so Kuhn. So habe etwa der Kanton Genf seinen Steuersatz von 14 Prozent auf 14,7 Prozent angehoben und der Kanton Schaffhausen per 2024 einen progressiven Tarif eingeführt mit einer Belastung von 15 Prozent
für Gewinne ab 15 Millionen Franken. 2025 folgte der Kanton Waadt mit einer Erhöhung der Belastung von ebenfalls 14 Prozent auf 14,7 Prozent für Gewinne über 10 Millionen Franken. Und ab 2026 gilt im Kanton Basel-Stadt ein höherer Steuersatzes von 14,53 Prozent nach 13,04 Prozent für Gewinne über 50 Millionen.

Weltweite Steuer für Unternehmen wieder unsicherer

Angesichts der neusten Entwicklung, angestossen durch die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump, sei eine weltweite Steuer für Unternehmen nun aber wieder unsicherer geworden, sagt Olivier Eichenberger, Unternehmenssteuerexperte bei KPMG. "Die Politik Trumps könnte die zukünftige Richtung und die Stabilität dieser globalen Steuerinitiative somit beeinträchtigen."

Aktuell sieht Eichenberger die globale Mindeststeuer aufgrund der breiten internationalen Akzeptanz zwar weiterhin auf Kurs. Dennoch sind die Folgen der von den USA getroffenen oder erwarteten Massnahmen kaum absehbar. "Sollte die Mindestbesteuerung eingeschränkt oder längerfristig gar ausgehebelt werden, könnten einige Länder ihre entsprechenden Regelungen aufheben und wieder vermehrt auf Steuerwettbewerb setzen oder als Reaktion die Wiedereinführung oder den Ausbau von digitalen Steuern in Betracht ziehen", so Eichenberger.

Schweiz bleibt nach wie vor attraktiv für Unternehmen

Allerdings besteuert die Schweiz im  internationalen Vergleich besteuert die Unternehmen immer noch verhältnismässig tief. In Europa bieten laut KPMG nur Guernsey (0,0%), Ungarn (9,0%) oder Bulgarien (10,0%) noch niedrigere ordentliche Gewinnsteuersätze an. 

Ausserhalb Europas stechen vor allem die bekannten "Steueroasen" Bahamas (0,0%), Cayman Island (0,0%) und Bahrain (0,0%) als Tiefsteuerdomizile heraus. Grosse Volkswirtschaften wie die USA
(27,0%), China (25,0%), Indien (30,0%) und Brasilien (34,0%) wenden deutlich höhere Steuersätze an als die Schweiz. (awp sda/mai)


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