15:03 BAUBRANCHE

Minergie und Co.: Gebäudelabel werden harmonisiert

Teaserbild-Quelle: Bru-No, Pixabay-Lizenz

Bauten mit Minergie-, GEAK- und SNBS-Hochbau-Zertifikat und  zertifizierte 2000-Watt-Areale: Künftig soll nur noch eine Organisation für Zertifizierung, Qualitätssicherung, Kommunikation und Weiterbildung zuständig sein. Damit will das Bundesamt für Energie (BFE) die einzelnen Label stärken. Das bisherige 2000-Watt-Areal wird neu das Minergie-Areal und das SNBS-Areal. - Die Lancierung der angepassten Gebäudelabel und der beiden Areal-Label ist für Mitte 2023 geplant.

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Quelle: BFE

Für die Abstimmung wird ein Koordinationsgremium gebildet, das aus den Vereinen GEAK und Minergie, dem Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS und dem Bundesamt für Energie (BFE) besteht. Die Berechnungs- und Bilanzierungsmethodik aller Labels beruht auf der Basis des GEAK.

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK, Minergie, der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS Hochbau des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) und die 2000-Watt-Areale sind eigenständige Label. Sie werden vom Bund und den Kantonen respektive von der Wirtschaft getragen. Während GEAK, Minergie und NNBS als Vereine organisiert sind, ist das Label 2000-Watt-Areal ist ein Projekt von Energieschweiz, einem Programm des BFE.

Ressourcen der Gebäudelabel-Familie bündeln

Nachdem die beteiligten Vereine und Organisationen im April 2020 festgehalten haben, dass sie künftig zusammenarbeiten wollen, haben sie dieses Ansinnen in einem Vertrag konkretisiert. Heute ist er von den Trägerorganisationen und dem BFE nun unterzeichnet worden.

„Nachhaltige Immobilien leisten einen grossen Beitrag zum Klimaschutz. Der Trend ist positiv, aber das Potenzial wird längst nicht ausgeschöpft“, erklärt Marc Mächler, Regierungspräsident Kanton St. Gallen und Präsident des Vereins Minergie. „Durch eine Bündelung der Ressourcen in der Gebäudelabel-Familie können wir eine wesentlich höhere Wirkung erreichen. Die Label ergänzen sich, werden besser aufeinander abgestimmt und Bauherrinnen und Planende können sich leichter orientieren, welches Label ihren Bedürfnissen entspricht.“

Nur noch zwei Label für Gebäude und Areale

Mit der Zusammenarbeit verbunden ist auch eine Neugestaltung oder vielmehr eine Harmonisierung der Label. Künftig gibt es nur noch je zwei Label für Gebäude und Areale plus den Gebäudeenergieausweis (siehe Grafik im Anhang). Die bestehenden Kategorien der Label Minergie, (Minergie, Minergie-P, Minergie-A, Minergie-Eco, Minergie-P-Eco und Minergie-A-Eco) bleiben erhalten. Auf dieses Weise sollen laut BFE Marktauftritt und Label-Abgrenzungen klarer werden.

Aus dem bisherigen 2000-Watt-Areal werden neu das Minergie-Areal und das SNBS-Areal. Das Produkt 2000-Watt-Areal (www.2000watt.swiss) werde ab dem 31.12.2023 nicht mehr angeboten respektive zertifiziert, heisst es in der Medienmitteilung des BFE. Für bestehende 2000-Watt-Areale oder solche, die auf dem Weg zu einer Zertifizierung oder Re-Zertifizierung stehen, werden die neuen Label eine Anschlusslösung bieten.

Weitere Neuerungen: Nur noch ein einziges Berechnungssystem

Neben den Labelanpassungen sind noch weitere Neuerungen vorgesehen. Diese sollen Bauherren und Planern wesentliche Vereinfachungen bei der Gebäude- und Arealplanung bieten,  benötigen nur noch ein einziges Berechnungssystem.

  • Die Energie- und Klimaberechnungen der Gebäudelabel werden harmonisiert, zum Beispiel indem nur noch ein System für Gewichtungsfaktoren geboten wird.
  • Für die Zertifizierung, Qualitätssicherung, Kommunikation und Weiterbildung der schweizerischen Gebäudelabel sorgt nur noch eine einzige Organisation.
  • Ein übergeordnetes Koordinationsgremium der Label und des BFE wird eingerichtet.
  • Die Ansprechpersonen für die Kundschaft und die Organisation werden klar definiert, Synergien werden maximal genutzt, mit dem Ziel, mittelfristig selbsttragend zu sein.

(mgt/mai)



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